14.06.2018 - 16:05 Uhr
Sulzbach-RosenbergDeutschland & Welt

Lesefutter aus der Region

Gerda Stauner und Angela Kreuz präsentieren ihre aktuellen Werke im Literaturhaus Oberpfalz

Mit aktuellen Werken statteten Angela Kreuz (links) und Gerda Stauner (rechts) dem Literaturhaus Oberpfalz einen Besuch ab.

Ihre Romane "Sauforst" und "Straßenbahnträumer" sind grundverschieden. Im Laufe der Lesung im Literaturhaus Oberpfalz finden sich jedoch einige Gemeinsamkeiten, die Gerda Stauner und Angela Kreuz über den gemeinsamen Wohnort Regensburg hinaus verbinden. Da wäre allen voran der Kulturförderpreis der Stadt Regensburg, mit dem Gerda Stauner im Juli im Rahmen eines Festakts in der Minoritenkirche ausgezeichnet wird. Eine Ehre, die der Schriftstellerkollegin Angela Kreuz vertraut ist, erhielt sie diesen Preis doch bereits 2012.

Dass beide ihre vorgestellten Werke unter dem Dach des Battenberg Gietl Verlags veröffentlicht haben, zählt zu den weiteren Übereinstimmungen, auf die Gastgeberin Patricia Preuß im Gespräch mit den Autorinnen eingeht. Eher zufällig findet sich obendrein noch ein roter Faden zwischen den Werken: In der alten Fabrikhalle, in der "Straßenbahnträumer" Jens zu Beginn des Romans Gast einer illegalen Party ist, sollen sich noch Säulen aus dem Bahnhof Haidhof finden, der in "Sauforst" eine Rolle spielt.

Von diesem Bahnhof bricht Stauners Hauptfigur Anton Beerbauer im 19. Jahrhundert auf in die weite Welt, die für ihn jedoch eng begrenzt bleiben wird. Im Gespräch schildert Gerda Stauner ihre akribische Recherche, die bei der eigenen Familienhistorie ansetzte und in einer detailreichen, realistischen Fiktion endete.

Diesem zweiten Teil ihrer historischen Oberpfalz-Trilogie, die mit "Grasmond" ihren Anfang nahm, soll noch ein Roman rund um den Truppenübungsplatz Hohenfels im Zweiten Weltkrieg folgen - "und dann bin ich aber auch durch mit Historischem", betont Gerda Stauner. Angela Kreuz bewegt sich mit "Straßenbahnträumer" in der Gegenwart. Weil sie das Kunst-Milieu und insbesondere die Street-Art interessiert habe, spielt diese Form des künstlerischen Ausdrucks bei ihr eine zentrale Rolle: Sie spiegele hervorragend den Zeitgeist und stelle die wichtige Fragen "Wem gehört der öffentliche Raum, wem gehört die Stadt", weiß Kreuz.

Verpackt hat sie das Thema in eine lebhafte Liebesgeschichte aus Männerperspektive - die komplementäre Ergänzung aus Sicht der Aktivistin und Künstlerin Trespass ist nicht ausgeschlossen. Aktuell liegt auf dem Schreibtisch aber ein ganz anderer Stoff: Ein Roman zum 30. Jahrestag des "Paneuropäischen Picknicks" in Ungarn, das 1989 den gesamten Ostblock ins Rutschen brachte. Eine weitere Kostprobe ihres frischen Stils gibt Angela Kreuz quasi als Zugabe: Ein kurzer Abstecher in das "Surrealistische Büro", das Künstlergrößen im Paris der 1920er-Jahre zu skurrilem Leben erweckt.



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