10.08.2018 - 14:03 Uhr
Sulzbach-RosenbergDeutschland & Welt

Momente von ergreifender Schönheit

Herausragende Qualität begeistert Publikum beim 2. SRIMF-Meisterkonzert in Sulzbach-Rosenberg

Misha Quint, Gerardo Teissonniere und Christa Mayer begeistern beim 2. SRIMF-Meisterkonzert das Publikum.
von Autor COGProfil

Sulzbach-Rosenberg. 14 hochkarätige Musiker in unterschiedlichen kammermusikalischen Formationen mit ganz unterschiedlichen Stücken, das bietet das 2. Meisterkonzert der Professoren beim "Sulzbach-Rosenberg International Music Festival" (SRIMF). Die durchwegs herausragende Qualität des Abends begeistert am Donnerstag das Publikum.

Gerardo Teissonnière eröffnet den Abend am Flügel mit Claude Debussys "Les soirs illuminés par l'ardeur du charbon", "Abende, die von Kohlenglut erleuchtet sind". So fühlen sich die Konzertbesucher tatsächlich im von der Sonne aufgeheizten Saal, aber Teissonnières subtiles, nuanciertes Spiel macht die Hitze vergessen. Der Pianist begleitet auch zwei große Stars, die in der Herzogstadt zu Hause sind: Cellist Misha Quint und die Altistin Christa Mayer. Quints berühmter singender Celloton umschmeichelt Mayers warmen, sinnlichen Alt bei zwei Liedern von Johannes Brahms. Wandlungsfähig und ausdrucksstark erfüllt Mayers Stimme den Saal, manchmal ganz zart und süß, dann wieder mit dramatischer Kraft. So entstehen Momente reinster, ergreifender Schönheit.

Christina Long entfaltet am Flügel mit drei kurzen Stücken verschiedener Komponisten alle Facetten ihres Könnens. Auch im atemberaubenden Tempo beeindruckt sie mit ausgefeilter Dynamik und feinsten Schattierungen, lyrische Passagen bringt sie mit Feingefühl zum Leuchten. Luftig und filigran gestalten die Violinistin Shi-Hwa Wang und die Pianistin Yu-Jane Yang Claude Debussys Sonate für Geige und Klavier als impressionistisches Klanggemälde. Mit spürbarer Freude und sonniger Heiterkeit spielen Anca Nicolau (Geige) und Christopher Taylor (Klavier) eine Sonate von Franz Schubert.

Wenn der eigene Bruder Komponist ist, dann kann ein Instrumentalist davon sehr profitieren. So die Fagottistin Janet Underhill. Ihr Bruder Owen Underhill hat für sie eine Cantilena mit lyrischen, gesanglichen Melodien komponiert. Janet Underhill verzaubert mit wunderbar weichen, vollen Tönen. Auch in den höchsten Lagen klingt ihr Instrument nie gepresst, sondern immer rund und voll. Das Stück stellt das Fagott in den Mittelpunkt, so bleibt hier für den Pianisten Ivan Kyurchiev nur eine untergeordnete, dienende Rolle. Aber mit seinem einfühlsamen Spiel rückt er Underhill selbstlos ins rechte Licht.

Ein besonderer Höhepunkt steht auf besonderen Wunsch von Christl Pelikan-Geismann, der Muse des SRIMF, auf dem Programm: das Duett "O Mimi tu più non torni" aus Giacomo Puccinis "La Bohème". Der Tenor Richard Novak und der Bariton Richard Piersall singen, zurückhaltend von Antoniya Yordanova begleitet, die Rollen von Rodolfo und Marcello nicht nur, sondern spielen sie und machen so die nüchterne Bühne der Berufsschule zum Opernszenario. Die beiden stimmen passen gut zusammen, Liebeslust und Liebesleid werden spürbar.

Mit großer Leidenschaft und Dramatik, dabei aber stets absoluter Präzision interpretiert Robert Palmer schließlich Frédéric Chopins Fantasie in f-Moll. Die seelische Zerrissenheit wird unter den Händen des Pianisten zu Klang. Die Zuhörer feiern die Musiker mit stürmischem Applaus, Bravorufen und stehenden Ovationen.

Am heutigen Samstag, 11. August (19.30 Uhr) findet das große SRIMF-Finale des mit einem Orchesterkonzert in der Christuskirche statt. Als Solisten spielen Cellist Misha Quint und Weltklassegeiger Nikolaj Snider. Auf dem Programm stehen Werke von Rossini, Brahms und Mendelssohn-Bartholdy.

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