02.01.2019 - 12:36 Uhr
Sulzbach-RosenbergDeutschland & Welt

Oberpfälzer Luft ums Fünffache über dem Grenzwert

Wenn sich die Schwaden des Feuerwerks verziehen, ist Zeit für eine Böller-Bilanz. In Sachen Luftqualität in der Oberpfalz fällt die Durchwachsen aus.

Mit dem Feuerwerk kommen die Schwaden: An drei Messstellen lassen sich in der Oberpfalz die Folgen der Böllerei für die Luft ablesen.
von Wolfgang Würth Kontakt Profil

Nach der rauschenden Silvesternacht erst mal Durchatmen - die Luftqualität in der Oberpfalz steht nicht entgegen: Alle Messstellen zeigen 36 Stunden nach dem Neujahrsfeuerwerk beste Luftqualität - von Feinstaubüberlastung keine Spur mehr. Das war zu Beginn des Jahres 2019 anders.

In der ersten Stunde des neuen Jahrs stieg an der Messstation am Regensburger Rathaus das Stundenmittel von 29 auf 241 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Als Grenzwert gibt das Landesamt für Umwelt (LfU) 50 Mikrogramm pro Kubikmeter an. Allerdings dauerte es nicht lange, bis die Werte abgebaut waren: um 2 Uhr weist die Messstelle noch 83, um 3 Uhr 29 Mikrogramm aus. Über den ganzen Neujahrstag betrachtet lag der Mittelwert bei 30 Mikrogramm, laut LfU war die Luftqualität damit immer noch "befriedigend". Im Vergleich mit anderen deutschen Großstädten schneidet Regensburg selbst mit seinem Spitzenwert noch sehr gut ab. Laut dpa erreichte Berlin in dieser Beziehung den Spitzenwert: In Friedrichshain zeigte die Messstelle demnach 853 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. In Leipzig lagen die Werte immer noch bei 781.

Keine Auswirkungen hatte das Silvesterfeuerwerk dagegen an der Messstelle Tiefenbach im Landkreis Cham. In der ersten Stunde des neuen Jahres blieb der Messwert konstant bei 1. Mit anderen Worten ist die Feinstaubbelastung minimal, vor, während und nach dem Feuerwerk. Im Sulzbacher Ortsteil Lohe ist die Böllerei dagegen nachvollziebar: Von 0 auf 1 Uhr stieg der Wert von 11 auf 44 Mikrogramm, und blieb dann sogar länger erhöht: Um 5 Uhr erreicht die Belastung mit 53 Mikrogramm pro Kubikmeter sogar kurzfristig einen Wert jenseits des zulässigen Grenzwerts, geht dann aber zügig zurück. Mit einem Mittelwert von 14 Mikrogramm hat die Luft in Lohe an Neujahr "gute" Qualität, am 2. Januar sogar "sehr gute".

Fünf Messstellen weist das LfU in der Oberpfalz aus. Werte zur Feinstaubbelastung liefern aber nur drei. Die Messstellen in der Nikolaistraße in Weiden und in der Wackersdorfer Straße in Schwandorf messen andere Schadstoffbelastungen. Am Mittwochmittag weisen die relevanten Messstellen für die vergangenen 24 Stunden alle Werte unter 9 Mikrogramm aus, die Luftqualität ist damit überall "sehr gut".

Das Thema Feinstaub sei laut LfU-Sprecher Claus Hensold ohnehin größtenteils im Griff. Der Grenzwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft werde praktisch überall dauerhaft eingehalten. Außerdem dürfe der Wert an 35 Tagen pro Jahr übertroffen werden. Schwieriger sei die Einhaltung beim Stickoxid. Hierfür sind aber vor allem Diesel-Motoren verantwortlich - das Silvester-Feuerwerk hat keinen Einfluss.

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