02.08.2019 - 10:48 Uhr
Deutschland & Welt

Tarantinos neunter Film feiert Premiere

"Once Upon a Time in Hollywood" feiert Premiere in Berlin. Quentin Tarantino, Leonardo DiCaprio, Brad Pitt und Margot Robbie ziehen Hunderte von Fans und Journalisten an und sorgen für einen Ausnahmezustand. Auch wir waren dabei.

Brad Pitt war bei den Journalisten gefragt - für Selfies und als Gesprächspartner. Über seine Zusammenarbeit mit Leonardo DiCaprio sagte Pitt gegenüber Oberpfalz-Medien: "Es war sehr einfach mit ihm. Er ist ein großartiger Schauspieler und arbeitet sehr hart."

Bäm! Es dauert keine zehn Minuten, bis Quentin Tarantino in seinem neuen Film Nazis mit einem Flammenwerfer flambieren lässt. "Jemand frittiertes Sauerkraut bestellt?", fragt der von Leonardo DiCaprio verkörperte Rick Dalton. Gewaltszenen gibt es im 160-minütigen "Once Upon a Time in Hollywood" (ab 15. August im Kino) zwar nicht so viele, wie man es von Tarantino gewohnt ist, aber dafür sind sie wieder einmal ziemlich heftig.

Trailer "Once Upon a Time in Hollywood"

Wegen der Gewaltdarstellungen steht der amerikanische Regisseur regelmäßig in der Kritik. Wer sich darauf allerdings einlässt, bekommt Kino vom Feinsten, wie es in Zeiten von Dutzenden Franchisen und der Superhelden-Invasion auf die Leinwand kaum noch zu sehen ist. Die Dialoge sind so einzigartig und genial, wie sie nur aus der Feder von Quentin Tarantino stammen können. Jede Filmeinstellung gleicht einem Kunstwerk. Die Figuren und die Erzählweise strotzen vor Coolness.

Journalisten auf Selfies aus

Diese unvergleichbare Art, Filme zu inszenieren, haben Quentin Tarantino längst in den Olymp der besten Regisseure aller Zeiten erhoben. Und dann spielen auch noch zwei der besten Schauspieler der Jetztzeit die tragenden Rollen im Film: Leonardo DiCaprio und Brad Pitt. Darsteller, die ihren Ruhm nicht durch ihr Mitwirken in diversen Franchisen speisen (abgesehen von Brad Pitts Auftritten in den "Ocean's"-Teilen). Sie selbst sind das Franchise.

Nur logisch, dass bei der Premiere in Berlin am Donnerstagabend Ausnahmezustand herrscht. Im Vorfeld berichtete der Boulevard, wo die Stars nächtigten. Hinter zig Metern Absperrgitter drängen sich Hunderte von Fans. Sie kreischen und stehen mit gezückten Smartphones bereit. Selbst etliche Journalisten diskutieren, wie sie am besten ein Selfie ergattern können. Moderator Steven Gätjen (bekannt durch seine Auftritte bei den Oscar-Verleihungen) spricht sogar von "Filmgeschichte", die geschrieben werde.

Vor allem, weil Leonardo DiCaprio und Brad Pitt erstmals gemeinsam in einem Film spielen. Der eine (DiCaprio) mimt den TV-Star Rick Dalton, der andere (Pitt) seinen Stuntman und Freund Cliff Boot. Treffender als die Filmzeitschrift "epd Film" kann man "Once Upon a Time in Hollywood" nicht zusammenfassen: "Es ist in Nostalgie gepackte Nostalgie." Eine gewichtige Rolle nimmt die von Margot Robbie verkörperte Sharon Tate ein. Die damals hochschwangere Frau von Regisseur Roman Polanski ("Rosemaries Baby", "Der Pianist") ist vor 50 Jahren von Anhängern des Sektenführers Charles Manson bestialisch ermordet worden. Vor der Premiere fragten viele Kritiker und Fans, wie faktentreu Tarantino mit dem Fall Sharon Tate in seinem Film umgehen wird. Das aufzulösen, wäre sicher zu viel verraten.

Cliff Booth (Brad Pitt, links) und Rick Dalton (Leonardo DiCaprio) spielen in "Once Upon a Time in Hollywood" erstmals gemeinsam in einem Film.

Wandlungsfähige Margot Robbie

Recht interessant ist jedoch, wie Margot Robbie sich auf ihre Rolle als Sahron Tate vorbereitet hat. Gegenüber Oberpfalz-Medien sagte sie vor der Premiere: "Ich habe all die offensichtlichen Sachen gemacht - alles über sie gelesen und von ihr angeschaut. Ich habe Zeit mit ihrer Schwester verbracht, was sehr wichtig für mich war. Und ich habe viel mit Quentin diskutiert." Die Darstellung ist der Australierin wunderbar gelungen, die optische Ähnlichkeit mit Tate ist ohnehin verblüffend. Dass Margot Robbie eine unglaublich wandlungsfähige Schauspielerin ist (sie spielte bereits Harley Quinn in "Suicide Squad" und die Eiskunstläuferin Tonya Harding in "I, Tonya) hat sie spätestens jetzt bewiesen.

Wandlungsfähig ist auch Tarantino. In seinen neun Filmen (die "Kill Bill"-Teile zählt er als einen Streifen) hat er unterschiedliche Genres bedient und immer wieder für ikonenhafte Szenen gesorgt. Nach der zehnten Regiearbeit soll Schluss sein mit dem Filmemachen. Für das Kino wäre es ein herber Verlust.

Alle Tarantino-Filme:

Quentin Tarantino zählt seine Regiearbeit "My Best Friend's Birthday", der bei einem Laborbrand vernichtet worden, und seine Mitarbeit an "Four Rooms" nicht zu seiner Filmografie. Außerdem rechnet er die "Kill Bill"-Teile als einen Film. Somit hat der amerikanische Regisseur bisher neun Werke abgeliefert (zehn sollen es insgesamt werden):

- "Reservoir Dogs" (1992)

- "Pulp Fiction" (1994)

- "Jackie Brown" (1997)

- "Kill Bill - Volume 1" und "Kill Bill - Volume 2" (2003 und 2004)

- "Death Proof" (2007)

- "Inglourious Basterds" (2009)

- "Django Unchained" (2012)

- "The Hateful Eight" (2015)

- "Once Upon a Time in Hollywood" (2019)

Einer der besten Regisseure in Berlin: Quentin Tarantino und seine Filmcrew zog am Donnerstag Hunderte von Fans ins Sony Center.
Die Fans empfingen die Stars in der Hauptstadt lautstark.
Brad Pitt war bei den Journalisten gefragt - für Selfies und als Gesprächspartner. Über seine Zusammenarbeit mit Leonardo DiCaprio sagte Pitt gegenüber Oberpfalz-Medien: "Es war sehr einfach mit ihm. Er ist ein großartiger Schauspieler und arbeitet sehr hart."
Margot Robbie sieht Sharon Tate in "Once Upon a Time in Hollywood" verdammt ähnlich.
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