29.04.2026 - 13:52 Uhr

Theaterchef: Evers' Doppelrolle darf nicht schiefgehen

„Faust und Mephisto in einer Person“: Der Chef des Berliner Ensembles appelliert an den Finanzsenator, der nun auch die Senatskulturverwaltung übernehmen soll. Welche Erwartungen er hat.

Reese: „Das ist ein Donnerknall, mit dem kaum jemand gerechnet hat.“ Bild: Annette Riedl/dpa
Reese: „Das ist ein Donnerknall, mit dem kaum jemand gerechnet hat.“

Nach Meinung von Theatermacher Oliver Reese muss Finanzsenator Stefan Evers (CDU) in seiner neuen Doppelrolle zeigen, dass er die Perspektiven wechseln kann. Nach dem Rücktritt der bisherigen Kultursenatorin soll Evers das Kulturressort mitübernehmen.

„Was für eine Pointe. Finanzsenator Stefan Evers, der in der Kürzungsdebatte zunächst vehement den Rotstift angesetzt hatte, nun kommissarisch mit dem Kulturressort zu betrauen – das ist ein Donnerknall, mit dem kaum jemand gerechnet hat“, teilte der Intendant des Berliner Ensembles mit.

„Faust und Mephisto in einer Person: Der oberste Verfechter einer strengen Haushaltsdisziplin muss nun im Kampf um den gefährdeten Kulturetat zugleich als Verteidiger von Kunst und Kultur auftreten. Das darf nicht schiefgehen!“

„Evers muss jetzt zeigen, dass er Perspektiven wechseln kann – und sich als neuer Kultursenator gegenüber dem starken Finanzsenator zu behaupten weiß“, erklärte Reese auf dpa-Anfrage. „Die Kultur in Berlin braucht Planungssicherheit, Verlässlichkeit und eine starke Stimme im politischen Raum. Dafür wünschen wir Senator Evers toi toi toi!“

© dpa-infocom, dpa:260429-930-9745/1

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:
Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.