Inzwischen sind auch hierzulande die Timelines bei Leuten, die eigentlich niemals danach suchten, voll mit Bildern und Clips aus dieser Serie oder über diese Serie. Die Rede ist von „Heated Rivalry“.
In Nordamerika hat der Sex-, pardon, Sechsteiler von Jacob Tierney (46) einen regelrechten Hype ausgelöst. Seit Wochen ist er großes Thema unter Serienfans. Es geht um schwule Eishockeyspieler, also Homosexualität im Profisport, einem nach wie vor mächtigen Tabu.
Was hat es mit der Serie vom kanadischen Streamingdienst Crave, die die „New York Times“ zu den „größten Überraschungen der jüngeren Fernsehgeschichte“ zählt, auf sich? Und was ist geschehen in den letzten Wochen? Ein paar Fragen und Antworten:
Ab wann ist „Heated Rivalry“ legal in Deutschland zu sehen?
In Nordamerika wurde die Serie häppchenweise von Ende November bis Weihnachten veröffentlicht (in Kanada bei Crave, in den USA bei HBO). In Deutschland kommt sie offiziell am 6. Februar raus (beim neu gestarteten Streamingdienst HBO Max).
Die zweite Staffel ist schon sicher und wurde bestellt; kommt dann aber wahrscheinlich erst Ende 2026 oder Anfang 2027.
Worum geht es in der Serie?
„Heated Rivalry“ (auf Deutsch in etwa Heftige/Intensive Rivalität oder Hitziges Duell) handelt von zwei konkurrierenden Eishockey-Assen, die jenseits der Arena heiße Gefühle füreinander entwickeln - und („Spiegel“-Zitat) „gefühlt im Fünfminutenserientakt im Bett landen“. Das hat leichte Softporno-Vibes und erfreut offenbar sowohl Schwule als auch viele heterosexuelle Frauen.
Es geht um den aus Ottawa stammenden japanisch-kanadischen Eishockeyspieler Shane Hollander von den Montreal Metros (gespielt vom 24-jährigen Hudson Williams) und den aus Russland stammenden Ilya Rozanov von den Boston Raiders (gespielt vom 25-jährigen Connor Storrie).
Das Ganze basiert auf einer Buchreihe der kanadischen Autorin Rachel Reid (45), die soeben den dritten Band über die Fan-Lieblinge Shane und Ilya ankündigte („Unrivaled“ soll im September erscheinen).
https://x.com/goldenglobes/status/2010576786053026209?s=20
Warum waren die Stars bei den Golden Globes so präsent?
Connor Storrie und Hudson Williams saßen bei den Golden Globes - bei denen sie aber nicht mal nominiert waren - in der ersten Reihe, neben Stars des Abends wie Paul Mescal und Jessie Buckley vom Sieger-Dramafilm „Hamnet“. Sie waren dort, um den Preis für die beste Nebendarstellerin einer Fernsehserie zu verkünden und überreichen (Erin Doherty aus „Adolescence“ gewann).
Storrie spielte nervös, Williams versuchte, ihn zu beruhigen. Er solle tief durchatmen und sich die Leute im Publikum ... vorstellen, brach er ab, ohne das Wort „nackt“ auszusprechen. Storrie sagte, er wisse nicht, ob das funktioniere, denn alle hätten sie beide ja so gesehen. Die Moms und Töchter und so weiter.
https://x.com/goldenglobes/status/2010565426451972147?s=20
Was macht den Hype der Serie aus?
Die Chemie zwischen den (stets sexy gefilmten) Hauptdarstellern, über deren sexuelle Orientierung gern spekuliert wird, haut offensichtlich viele Fans um. Die Romantik zwischen zwei Männern begeistert viele, auch wenn es natürlich überhaupt nicht die erste schwule Serie ist (man denke an „Queer as Folk“, „Looking“, „Heartstopper“, „Young Royals“, „Uncoupled“ und und und).
Wie wird die Serie bewertet?
In der Bewegtbilddatenbank IMDb (Internet Movie Database) bekam die erste Staffel von Nutzerinnen und Nutzern einen Topwert von über 9 (von 10); die Episoden fünf und sechs sogar 9,9 - das sind unglaubliche Werte, die die Serie in eine Sphäre mit Produktionen wie „Breaking Bad“, „Chernobyl“, „The Wire“ oder „Better Call Saul“ katapultieren.
Wie analysiert die US-Presse die Serie?
„Die HBO-Serie und ihre Hauptdarsteller genießen etwas Seltenes im Showbusiness“, formulierte das „New York Magazine“, „einen positiven Pressezyklus, der kein Ende zu nehmen scheint“. Die andauernde Relevanz sei erstaunlich. „Die einzigartige Fähigkeit von "Heated Rivalry" ist größtenteils Storries und Williams’ Bereitschaft zu verdanken, immer wieder präsent zu sein und die surreale Freude zu teilen, die wir alle empfinden, wenn wir einer sexy queeren Serie mit zwei weitgehend unbekannten Schauspielern zusehen, die den Anfeindungen der Fox-News-Moderatoren trotzt und Gayle King erröten lässt.“ King ist eine Moderatorin beim US-Sender CBS.
Memes rund um die Serie fluten die sozialen Medien, machen sogar - wie etwa bei der Comedy-Central-Sendung „The Daily Show“ - Donald Trump zum vermeintlichen Fan.
https://x.com/TheDailyShow/status/2010789188371681756?s=20
Welche Meinungen gibt es zu der Serie?
Es scheint fast nur Extremmeinungen zu geben. Erotik und Sport sowie gut aussehende Männer (wie etwa auch in den Augen vieler der Schauspieler François Arnaud als Eishockeyspieler Scott Hunter) reichen Millionen Menschen, um sich in die Serie zu verlieben. Kritik gibt es aber am Rande auch. Die Serie verharmlose homophobe Mechanismen in der Gesellschaft, wärme unkritisch toxische Männlichkeit auf und feiere fast schon schwulen Selbsthass, indem sie die Heimlichtuerei der Sportler romantisiere.
Hat der Erfolg der Serie eine politische Komponente?
In Trump-Zeiten, in denen die US-Regierung einen Kampf gegen angeblich zu viel Diversität, Gleichberechtigung und Inklusion ausgerufen hat, kann der Erfolg der Serie als oppositionelles Kulturphänomen gedeutet werden.
https://x.com/PinkNews/status/2009569611776196876?s=20
Steht die Serie für eine neue Form der Gleichberechtigung?
Was im klassischen Filmgeschäft oft der Fall war, nämlich junge Frauen auf ihre Sexiness zu reduzieren, geschieht in „Heated Rivalry“-Zeiten mit jungen Männern. Endlich auch, könnte man sagen, wenn man es gutheißt.
© dpa-infocom, dpa:260114-930-544783/1






















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