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Update 07.11.2026 - 21:57 Uhr

Sechs Tote in Krakau: Schütze soll "radikale Ansichten" vertreten haben

Im Zentrum der polnischen Stadt Krakau schießt ein Mann aus einem Auto heraus und tötet sechs Menschen. Viele der 15 Verletzten schweben in Lebensgefahr. Der mutmaßliche Täter wird festgenommen.

Der mutmaßliche Schütze von Krakau soll nach ersten Erkenntnissen "sehr radikale Ansichten" vertreten haben. Das sagte der polnische Innenminister Marcin Kierwinski auf einer Pressekonferenz. Die Durchsuchung seines Wohnhauses dauere an. Es gebe Anzeichen dafür, dass der 25-Jährige von rechtsextremistischen Ideologien fasziniert gewesen sei, auch wenn dies noch näher überprüft werden müsse. Nach früheren Angaben handelt es sich um einen polnischen Staatsbürger, der aus der Woiwodschaft Heiligkreuz im Südosten des Landes stammt.

Im Zentrum der polnischen Stadt Krakau (Krakow) sind Schüsse aus einem Auto abgegeben worden. Die Zahl der Todesopfer stieg am Nachmittag auf sechs, wie der Chef der Woiwodschaft Kleinpolen, Krzysztof Kleczar, nach Angaben der Agentur PAP mitteilte. Mindestens 15 Menschen seien verletzt worden. Im Sender Polsat News fügte er hinzu, dass sich zwölf der Verletzten in einem kritischen oder lebensgefährlichen Zustand befänden.

Bei den Toten handelte es sich nach Polizeiangaben um vier Frauen und zwei Männer. Der mutmaßliche Täter sei von der Polizei überwältigt worden, hieß es. Er sei von Beamten angeschossen und in ein Krankenhaus gebracht worden, teilte die Polizei der Woiwodschaft bei X mit.

Die "blitzschnelle Reaktion" der Polizei habe ein noch größeres Massaker verhindert, betonte der Innenminister. Die Beamten hätten innerhalb von drei Minuten nach der ersten Meldung die ersten Schüsse auf den Angreifer abgegeben. "Der Täter wurde verletzt und festgenommen", schrieb Justizminister Waldemar Zurek auf X. Staatsanwaltschaft und Polizei seien vor Ort, um Spuren zu sichern und die Umstände des Angriffs zu klären. "Der Staat handelt", betonte er. Er appellierte an die Öffentlichkeit, Ruhe zu bewahren. Man werde für eine strenge Bestrafung sorgen.

Polizei geht von Einzeltäter aus

Die Ermittler gehen von einem Einzeltäter aus. Man dementiere Berichte über eine Fahndung nach einem möglichen zweiten Täter, schrieb die Polizei der bei X. Der einzige bekannte Täter sei festgenommen und in den Händen der Polizei. Es handele sich um einen polnischen Staatsbürger. Zu den Hintergründen der Tat war zunächst nichts bekannt. Nach Informationen der Nachrichtenagentur PAP trug der Mann militärische Kleidung. Der polnische Verteidigungsminister dementierte Spekulationen, dass es sich bei dem Verdächtigen um einen Soldaten oder Ex-Soldaten handele.

Die Schüsse auf dem Großen Ring, dem Hauptplatz der Hauptstadt der Woiwodschaft Kleinpolen, seien aus einem fahrenden Auto abgegeben worden, berichtete der Sender Polsat News unter Berufung auf die Einsatzkräfte. Die Behörden appellierten zunächst an die Menschen in der näheren Umgebung, sich an einen sicheren Ort zu begeben.

Mann soll wahllos auf Passanten geschossen haben

Ein weiterer Augenzeuge sagte, dass die Menschen in alle Richtungen davongelaufen seien. "Plötzlich ist ein Auto herangefahren, und ein Mann hat begonnen, aus dem Fenster des Wagens zu schießen", berichtete er. Der Angreifer habe einen Helm oder eine Maske getragen. Sein Gesicht sei nicht zu sehen gewesen.

Regierungschef Tusk unterwegs zum Tatort

Polens Regierungschef Donald Tusk teilte mit, dass er laufend über die Lage in Krakau nach der "tragischen Schießerei" informiert werde. "Die Polizei untersucht die Hintergründe und alle Umstände des Vorfalls", schrieb der liberalkonservative Politiker bei X. Tusk und der polnische Innenminister machten sich auf den Weg nach Krakau.

Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) zeigte sich zutiefst betrübt über die tragischen Geschehnisse in Krakau. Er sprach den Hinterbliebenen der Opfer bei X auf Polnisch sein aufrichtiges Beileid und Mitgefühl aus.

Krakau ist mit mehr als 800.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Polens. Sie gilt als beliebtes Ziel für Touristen aus aller Welt. Wichtige Sehenswürdigkeiten sind neben dem Großen Ring das Schloss auf dem Wawelhügel und die Kathedrale. Die Universitätsstadt zählt zum Unesco-Welterbe.

© dpa-infocom, dpa:261107-930-960582/2

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