17.05.2018 - 20:00 Uhr
Deutschland & Welt

Fußball Traditionsclubs und der Abstieg

Ab- und gleich wieder aufsteigen - das ist das Wunschszenario von Vereinen, die den schweren Gang in die 2. Liga antreten müssen. Doch manchmal folgt statt eines schnellen Comebacks der ganz tiefe Sturz.

Enttäuscht schleichen die Spieler des HSV vom Platz. Nach 55 Jahren ist das Gründungsmitglied aus der Bundesliga abgestiegen. Bild: Axel Heimken/dpa
von Agentur DPAProfil

Berlin. 55 Jahre Bundesliga sind Geschichte, der Hamburger SV spielt in der nächsten Saison zweitklassig. Die Gegner heißen dann nicht mehr FC Bayern, Borussia Dortmund oder Schalke 04, sondern 1. FC Heidenheim, SV Sandhausen und Greuther Fürth. In der Geschichte der höchsten deutschen Fußball-Spielklasse hat es häufig Traditionsclubs erwischt - der Umgang damit und die Folgejahre verliefen höchst unterschiedlich.

Schnelle und gelungene Rückkkehr

VfB Stuttgart: Der jüngste Auf- und Abstieg des VfB ist ein Paradebeispiel, wie es sich der HSV auch wünscht. 2016? Tränen und Abstieg unter Trainer Jürgen Kramny. 2017? Die Meisterschaft und der Aufstieg unter Hannes Wolf. 2018? Rang sieben und die Chance auf Europa mit Tayfun Korkut.

Hertha BSC: Absteigen, aufsteigen, absteigen, aufsteigen - die Berliner haben in vier Jahren die volle Bandbreite der Gefühle mitgemacht. Seit dem Aufstieg 2013 herrscht aber vergleichsweise Kontinuität. Die Hertha schaffte es unter Trainer Pal Dardai sogar zurück nach Europa.

Hüpfen zwischen den Ligen

1. FC Nürnberg: Kein Verein steigt so oft auf und wieder ab wie der neunmalige Deutsche Meister aus Franken. Mit je acht Auf- und Abstiegen führt der FCN beide Listen an. Kurios: Nürnberg brachte es fertig, nach der Meisterschaft 1968 und dem Pokalsieg 2007 im Folgejahr jeweils abzusteigen. In diesem Jahr gelang unter Michael Köllner ein neuerlicher Bundesliga-Aufstieg.

1. FC Köln: Auch der 1. FC Köln hüpfte in den vergangenen 20 Jahren häufig zwischen den Ligen. 1998 runter, 2000 hoch, 2002 runter, 2003 hoch, 2004 runter, 2005 hoch und 2006 runter. Die schnelle Rückkehr glückte den Rheinländern immer wieder, der jüngsten Rückkehr (2014) folgte drei Jahre später unter Trainer Peter Stöger sogar der Sprung in die Europa-League. Doch der FC wäre nicht der FC, wenn direkt darauf nicht wieder ein Abstieg gefolgt wäre.

Arminia Bielefeld: Mit sieben Auf- und Abstiegen fehlt Arminia Bielefeld nicht viel im Vergleich zum 1. FC Nürnberg, die Ostwestfalen sind im Fahrstuhl-Ranking Zweiter. Obwohl die letzte Bundesliga-Saison fast zehn Jahre her ist (2008/09), lebt die Hoffnung auf die Rückkehr.

Der Absturz

KFC Uerdingen: Fünf Mal aufgestiegen, fünf Mal wieder abgestiegen - eigentlich würde Uerdingen in die Gruppe der "Fahrstuhlmannschaften" passen. Wenn es nach dem letzten Bundesliga-Abstieg 1996 für den Club aus Krefeld nicht immer weiter bergab gegangen wäre: Regionalliga, Verbandsliga, Oberliga, NRW-Liga. Inzwischen zeigt die Tendenz nach oben, der KFC hat es in die Relegation zur 3. Liga geschafft.

Energie Cottbus: Nach zwei dreijährigen Ausflügen in die Bundesliga folgte der langsame Absturz in die Viertklassigkeit. Nun hat Cottbus wie Uerdingen aber die Chance auf die Rückkehr in die 3. Liga.

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