15.07.2018 - 23:05 Uhr
Deutschland & Welt

Trumps zweite Amtszeit und die europäische Lust am Untergang

Mach's noch einmal, Donald! Diese Signale will Trump vernommen haben und kündigt eine zweite Amtszeit an. Damit droht die Fortsetzung seines Totalangriffs auf die internationale Zusammenarbeit - ein Zurück hinter die Zeit des Völkerbundes.

Eine starke EU liegt Im nationalen Interesse aller europäischen Staaten: Wladimir Putin und Donald Trump freuen sich über nationale Alleingänge.
von Jürgen Herda Kontakt Profil

Rückblende: Mit großer Begeisterung zogen sie 1914 in den Ersten Weltkrieg - Intellektuelle, Künstler, Arbeiter. Um ihre Situation zu verbessern? Mitnichten. Viele waren ihres Alltags überdrüssig und auf ein Abenteuer aus. Was sie erlebten war der Anfang vom Ende der Menschlichkeit. Die Fotografien Helmut Herzfelds zeigen zerschossene Gesichter einer Generation gelangweilter Krieger.

Heute ist bei vielen die Lust an der Zerstörung des Status quo größer als jede politische und wirtschaftliche Vernunft. Die Fakten sind klar: Deutschlands exportabhängiger Wohlstand braucht den freien Welthandel und ein solidarisches Europa. Trumps Angriff auf UNO, EU und Nato ist logisch: Er will nicht mit mächtigen Kollektiven, sondern ohnmächtigen Zwergstaaten verhandeln. Wer "nationale" Interessen stärken will, muss begeisterter Europäer sein. Natürlich gibt es berechtigte Kritik am EU-Apparat und in Deutschland jede Menge Optimierungsbedarf: gerechte Bildungschancen, bezahlbares Wohnen, mehr Steuergerechtigkeit - eben eine Alternative zum Regierungshandeln der vergangenen Jahre.

Wenn aber der Weidener AfD-Vertreter und Gewerkschafter Roland Magerl über soziale Themen spricht, gähnen die besorgten Bürger im Saal. Erst wenn er deren Sündenbock benennt, wird gejohlt und geklatscht. Diese Claqueure bewegen nicht die Sorgen der Bedürftigen. Sie reitet der Hass auf alles, was anders denkt, spricht und aussieht als sie selbst. Und die Lust am Untergang. Sie sind die wahren Volksverräter.

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Kommentare

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A. Schmigoner

Jügen Herda trifft den Nagel auf den Kopf! Der Kommentar beschreibt die politische Situation vortrefflich. Eine wohltuende, journalistische Alternative, nach unzähligen Kommentaren um Nebenkriegsschauplätze und Stellvertreterdiskussionen. Meine Anerkennung!

16.07.2018