17.09.2026 - 21:35 Uhr

UN: Gleichstellung der Geschlechter 171 Jahre entfernt

Männer führen in sechs von sieben Ländern – und die Chancen auf Gleichstellung sinken. Was steckt hinter dem massiven Rückschritt laut UN-Bericht?

Die UN sehen nachlassenden Fortschritt bei Gleichberechtigung. (Symbolbild) Bild: Bernd von Jutrczenka/dpa
Die UN sehen nachlassenden Fortschritt bei Gleichberechtigung. (Symbolbild)

Die Vereinten Nationen warnen vor zunehmenden Rückschritten im Hinblick auf Geschlechtergleichstellung. „Die Institutionen, die über Jahrzehnte hinweg aufgebaut wurden, um die Gleichstellung der Geschlechter voranzubringen, werden systematisch geschwächt“, heißt es in dem sogenannten „Gender Snapshot 2026“-Bericht. Dadurch kämen Fortschritte ins Stocken oder würden sogar rückgängig gemacht. 

Die Finanzierung für Geschlechtergleichstellung ist dem Bericht zufolge auf den niedrigsten Stand seit 2021 gefallen. Besonders stark betroffen seien Frauenrechtsorganisationen, wo die Finanzierung von 2023 auf 2024 um 28 Prozent zurückging. Zugleich gaben angesichts der Mittelkürzungen 42 Prozent der UN-Einrichtungen an, dass ihre Bemühungen um Geschlechtergleichstellung geschwächt worden seien. 

Die politische Macht bleibe stark in Männerhand: In sechs von sieben Ländern stünden Männer an der Spitze. „Die Daten lassen keinen Raum für Zweifel: Beim derzeitigen Tempo ist die Geschlechtergleichstellung noch 171 Jahre entfernt“, heißt es in der Mitteilung zu dem Fortschrittsbericht, für den unterschiedliche internationale Datensätze ausgewertet wurden.

© dpa-infocom, dpa:260917-930-702784/1

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