21.05.2018 - 22:26 Uhr
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Präsidentschaftswahl in Venezuela Wahlamt erklärt Maduro zum Sieger

Venezuelas Präsident Nicolás Maduro ist trotz der schwersten Krise in der Geschichte des Landes zum Wahlsieger erklärt worden. Die ohnehin umstrittene Abstimmung wurde von massiven Manipulationsvorwürfen begleitet.

von Agentur DPAProfil

Caracas. Wie das Wahlamt am Montag mitteilte, hat der Sozialist Nicolás Maduro bei der Präsidentschaftswahl in Venezuela 68 Prozent der Stimmen erhalten. Auf den stärksten Gegenkandidaten Henri Falcón von der gemäßigten Opposition entfielen 21 Prozent. Nach einem Boykottaufruf lag die Wahlbeteiligung bei 46 Prozent. Die Opposition erkennt das Wahlergebnis nicht an. Falcón fordert Neuwahlen. Maduro regiert seit 2013. Jetzt hat er die Macht der Sozialisten bis 2025 gesichert. Experten gehen davon aus, dass sich die Regierung weiter radikalisiert. Denn ein Ende der schweren Wirtschafts- und Sozialkrise ist nicht absehbar. Wegen Devisenmangels kann das ölreichste Land der Welt kaum noch Lebensmittel und Medikamente einführen. Hunderttausende Venezolaner haben sich in die Nachbarländer abgesetzt.

Zudem dürfte Venezuela international immer stärker isoliert werden. 14 Länder aus der Region riefen am Montag ihre Botschafter zu Konsultationen nach Hause. Auch Bundesaußenminister Heiko Maas kritisierte die Abstimmung: "Das waren nicht die freien, fairen und transparenten Wahlen, die das venezolanische Volk verdient hat."

Maduro hatte die für Ende des Jahres geplante Wahl vorgezogen, um von der Schwäche der Opposition zu profitieren. "Wir haben einen historischen Rekord erzielt. Niemals zuvor hat ein Präsidentschaftskandidat 68 Prozent der Stimmen erhalten", sagte er. "Ich bin der Präsident derer, die für mich gestimmt haben, derer, die die Kandidaten der Opposition gewählt haben und derer, die nicht zur Wahl gegangen sind. Ich rufe zu einem großen nationalen Dialog auf."

Die Opposition sprach von Wahlfälschung und erkannte das Ergebnis nicht an. "Das war kein richtiger Prozess. Wir akzeptieren ihn nicht und fordern Neuwahlen", sagte Falcón. Er war der einzige Kandidat der Regierungsgegner mit Gewicht, der trotz des Boykottaufrufs der Opposition angetreten war. Es habe eine Reihe von Manipulationen gegeben. Regierungsanhänger hätten in der Nähe von Wahllokalen kontrolliert, ob Sozialhilfeempfänger zur Wahl gingen. Venezuela steckt in einer Wirtschaftskrise. Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet für 2018 mit einem Einbruch der Wirtschaftskraft um 15 Prozent und einer Inflationsrate von mehr als 13 000 Prozent.

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