01.06.2018 - 16:05 Uhr
WaidhausDeutschland & Welt

Mehr Kontrollen und Verstärkung an der Grenze

Die Bayerische Grenzpolizei soll bald ihre Arbeit aufnehmen. Dann dürfen sich voraussichtlich auch Waidhaus und Selb über Verstärkung freuen.

von Matthias Schecklmann Kontakt Profil

(msh/dpa) Bis Juli soll in Passau die neue Grenzpolizeiinspektion entstehen. 500 Polizisten sollen dann an den bayerischen Grenzen eingesetzt werden. Bis 2023 sollen es 1000 Beamte sein. Davon werden wohl auch die Übergänge Waidhaus und Selb profitieren. Die Polizei verstärkt bis dahin die Arbeit an den Grenzen. In enger Zusammenarbeit starteten am Freitag die verschärften Kontrollen an der deutsch-österreichischen Grenze.

„Im Moment wird der Bedarf ermittelt und dann werden die Dienststellen aufgestockt. Konkrete Zahlen, wie viele Beamte stationiert werden sollen, gibt es noch nicht, aber es ist davon auszugehen, dass auch diese Region verstärkt wird“, sagt ein Sprecher des Bayerischen Innenministeriums auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien. Im Moment laufen die Planungen in enger Abstimmung mit der Bundespolizei und dem deutschen Innenministerium. Da im Grenzgebiet die Schmuggler ständig die Routen wechseln, sei es sinnvoll auch die Schleierfahnder zu verstärken, um flexibel zu bleiben, erklärt ein Sprecher. Anders als an der Grenze zu Österreich sei der Kampf gegen Drogen, die aus Tschechien nach Deutschland kommen, ein Hauptbestandteil der Arbeit. Auch das Vorgehen gegen verschiedene kriminelle Banden, wie Einbrecher oder Autodiebe sei wichtig.

Seit Freitag gehen die Behörden in Österreich und Deutschland mit gemeinsamen Kontrollen verstärkt gegen Kriminalität und illegale Einwanderung vor. Die österreichische und die deutsche Bundespolizei sowie die bayerische Landespolizei wollen erstmals im Grenzgebiet in Dreierstreifen unterwegs sein. Verstärkt werden sie den Zugverkehr unter die Lupe nehmen. Auch am Brenner wollen österreichische und deutsche Bundespolizei kontrollieren.

Gerade in Grenzgebieten sei es wichtig, Maßnahmen überregional abzustimmen, sagte der Sprecher der Bundespolizeidirektion München, Thomas Borowik anlässlich des Starts der Kontrollen am Freitag. Besonders Güterzüge schauen sich die Beamten intensiv an. „Damit wollen wir die gefährlichen illegalen Einreisen auf Güterzügen frühzeitig unterbinden und Unfälle verhindern“, sagte Borowik. „Die Migranten begeben sich immer wieder in Gefahr und setzen ihr Leben aufs Spiel.“ Die blinden Passagiere reisten meist zwischen oder auf Lastwagen-Anhängern, die auf der Schiene den Brenner überqueren. 2017 waren im Bereich der Bundespolizeidirektion München knapp 1000 Flüchtlinge auf Güterzügen entdeckt worden.

Bei der Zahl der unerlaubten Einreisen an der deutsch-österreichischen Grenze zeichnet sich ein Rückgang ab, sofern sich der Trend der vergangenen Monate fortsetzt: 2017 versuchten dort rund 14 600 Menschen illegal einzureisen, gut 7200 von ihnen wurden zurückgewiesen. In den ersten vier Monaten dieses Jahres gab es knapp 3800 unerlaubte Einreisen und 2100 Zurückweisungen.

An der deutsch-tschechischen Grenze bearbeitete die Bundespolizei im Jahr 2017 rund 3000 unerlaubte Einreisen. Bis April 2018 waren es bereits etwa 1000. Das teilte die Bundespolizeidirektion München auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien mit. Außerdem nahmen sie an allen bayerischen Grenzen 2017 insgesamt 480 Schleuser fest, bis April 2018 waren es bereits 180.




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