Waidhaus
30.12.2018 - 14:16 Uhr

Vorsicht vor "Mao Ce Bum"

Jedes Jahr warnen Experten – und jedes Jahr verletzten sich trotzdem Unvorsichtige, die nicht vom billigen Feuerwerk aus Tschechien lassen können. Auch vor Jahresende 2018 hat die Polizei an der Grenze viel zu tun.

„Mutant“, „Flash Bangers“ oder „Mao Ce Bum“: Die Erfinder geben sich viele Mühe bei den Namen ihrer Knallkörper – in Sachen Sicherheit ist das meist weniger der Fall. Bild: Bundespolizei Waidhaus
„Mutant“, „Flash Bangers“ oder „Mao Ce Bum“: Die Erfinder geben sich viele Mühe bei den Namen ihrer Knallkörper – in Sachen Sicherheit ist das meist weniger der Fall.

Zwischen den Jahren ist vor dem Geballer: Trotz vieler Appelle an die Vernunft, der Bundespolizei gehen an den Grenzübergängen zu Tschechien wieder viele Hobby-Feuerwerker ins Netz, die ihren Bedarf auf Vietnamesen-Märkten bei Eger, Roßhaupt oder Tillyschanz decken wollten.

Die hier abgebildete Ladung entdeckten die Beamten am Übergang Waidhaus beispielsweise in einem einzigen Auto: „Zunächst waren es nur zwei Packungen Raketen auf dem Rücksitz“, melden die Bundespolizisten. Auf Nachfrage verwiesen die beiden Männer im Auto auf den Kofferraum: Dort befände sich „noch so einiges“. Letztlich fanden sich 205 Kilogramm Feuerwerk mit kreativen Namen wie „Mao Ce Bum“. Die „Nettoexplosivmasse“ von 27 Kilogramm hätte wohl gereicht, ein Haus in die Luft zu jagen, helfen die Beamten beim Einordnen des Funds. Die Schmuggler gaben an, Raketen und Böller für 800 Euro gekauft zu haben.

Die Bundespolizei warnt deshalb auch in diesem Jahr vor der Einfuhr von Feuerwerkskörpern aus Tschechien. „Diese Pyrotechnik ist gefährlich und mit extremen Risiken verbunden.“ Nicht zugelassene pyrotechnische Gegenstände sind um ein Vielfaches gefährlicher als geprüfte Pyrotechnik. Immer wieder sorge die illegale Sprengware für „Knalltraumata, Tinnitus, Gesichts-, Augenverbrennungen, sonstige Verbrennungen, Abtrennen von Gliedmaßen, Verätzungen der Augen, Haut und Atemwege. Es kann Atemnot und Lungenschädigungen durch entstehende Gase und Rauch entstehen“. Nicht zugelassene Feuerwerkskörper seien empfindlich gegen Reibung oder statische Aufladung.

Legales und sicheres Feuerwerk erkennt man an CE-Zeichen und Registriernummer. Sie beginnt mit der Kennnummer der Prüfstelle, die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) zum Beispiel hat die 0589. Es folgen Feuerwerkskategorie (F1 oder F2) und eine fortlaufende Nummer. Eine Registriernummer kann also 0589-F2-1254 lauten, nennt die BAM als Beispiel. Das CE-Zeichen ist ebenfalls kombiniert mit der Kennnummer der Prüfstelle. Für Feuerwerk der Kategorie F1 ist als Mindestalter 12 Jahre und für F2 18 Jahre vorgeschrieben.

 
Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.