12.02.2019 - 15:22 Uhr
WaldsassenDeutschland & Welt

Kunst in Worte gefasst

Kreativität kennt bekanntlich keine Grenzen. Den Beweis dazu liefern im Landkreis Tirschenreuth zwei Kunstszenen. Poeten haben zu Malereien Lyrik geschrieben.

"Tempel". Aquarell von Rudi Jäger
von Ulla Britta BaumerProfil

Zur ersten Begegnung mit einer großen Ausstellung im Kunsthaus haben sich der Verein Kunsthaus Waldsassen und der Kunstverein Tirschenreuth einer spannenden Herausforderung gestellt. Über 40 Werke von Künstlern aus der Kreisstadt wurden von Poeten aus der Klosterstadt „bedichtet“ mit Poesie, kleinen Geschichten, Lyrik oder nur einem einzigen Wort. Zur Umsetzung des Projekts bekamen die Poeten im Vorfeld Fotoabzüge der Gemälde, um sich daheim in aller Ruhe ihren schriftlichen Arbeiten zu den Malereien widmen zu können.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen und hat so manchem "Erst-Täter" oder Poeten zudem emotional geladene Wortfindungen entlocken können. Unter dem Titel „Die Verwandlung – Kunst auf der Leinwand wird zum geflügelten Wort“ haben beide Vereine ihr gemeinsames Projekt auch beschrieben. Unter anderem heißt es, dass dieser Versuch einmal mehr zeige, „Kunst, das macht etwas mit einem“. Die Autoren hatten im Vorfeld weder die Namen noch die Titel der Gemälde bekommen. Was zu den unterschiedlichsten Interpretationen der Malereien führte, die sich keineswegs mit der Gedankenwelt der Künstler zu ihren eigenen Werken deckte.

So manche Dichtkunst erweckt gar den Eindruck, als hätten die Poeten bei der intensiven Beschäftigung mit den Gemälden gar in die Seelen der Künstler geschaut. "Dass dies möglich ist bei der Kunst, dafür müsse man dankbar sein, aber es verlange Malern wie Poeten auch eine gewisse Verantwortung dem späteren Betrachter oder Leser gegenüber ab". "Denn auch diese", heißt es in der Begleitschrift, "würden wiederum in unterschiedlichsten Betrachtungsweisen von Schrift und Bild beeinflusst".

Zu sehen gibt es Gemälde in unterschiedlichen Techniken und Motiven. Die Texte stehen jeweils neben den Malereien. Unter anderem stellen renommierte, regionale Künstler wie Robin Seur oder Tom Brankovic ihre Werke aus. Auch Mitglieder vom Oberpfälzer Kunstverein Weiden (OKV) sind vertreten.

Die Ausstellung „Kunst trifft Poesie“ kann im Kunsthaus Waldsassen (Kunstgasse 1) bis 3. März samstags und sonntags, jeweils von 15 bis 18 Uhr besichtigt werden. Am Samstag, 16. Februar (19.30 Uhr), findet dazu ein „literarischer Abend“ mit Stiftländer Autorinnen statt. Aus ihren Werken lesen Sabine Seur (Friedenfels), Gudrun Müller und Irmgard Schicker (beide Tirschenreuth) sowie Ulla Britta Baumer und Hildegard Lauth (beide Wiesau) vor.

Außerdem wird Nachwuchs-Poetin Julia Birkner Gedichte vortragen. Bei dieser Veranstaltung hat die Kunstausstellung bis 22 Uhr geöffnet. Künstler sind vor Ort und führen durch die Exponate. Infos und Anmeldungen zu Sonderführungen (ab 10 Personen) bei Ulla Britta Baumer (0171/9 949 667 ) oder per E-Mail ullabritta.baumer[at]gmx[dot]de.

Auch der in Serbien geborene Ikonenmaler Tom Brankovix und der Holländische Meiserkünstler Robin Seur (v. li.) zeigen in der KuWa-Ausstellung einige ihrer Werke.
"Maske" von Maler Robin Seur
Viele Gäste haben sich bereits für das einmalige Kunstprojekt interessiert.
"Engel" von Robin Seur
Menschliche Begegnungen von Künstler Hans-Georg Schulze in Keramik umgesetzt.
Fantasiemalerei nach einem Märchen von Hermann Hesse, interpretiert von Irmtraud Schicker
"Venedig", eine eigenwillig-interessante Ausdrucksweise von Toni Eichinger
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