Waldsassen
21.01.2019 - 14:41 Uhr

Musik, der ein Zauber innewohnt

Adjiri Odametey begeistert mit afrikanischer Musik im Kunsthaus Waldsassen

Der charismatische Musiker Adjiri Odametey hat seine Zuhörer im Kunsthaus mit seiner urtümlich afrikanischen Musik verzaubert. Bild: ubb
Der charismatische Musiker Adjiri Odametey hat seine Zuhörer im Kunsthaus mit seiner urtümlich afrikanischen Musik verzaubert.

Wenn Adjiri Odametey singt und dazu seine fremdartig-schönen Instrumente anstimmt, ist seine Musik durch und durch vom Zauber Afrikas durchtränkt. Dennoch bekommt das Publikum nicht nur "African Traditionals" zu hören. Vielmehr verbirgt sich hinter diesem Zauber in Odameteys Musik die Individualität eines begnadeten Künstlers. Charismatisch ist wohl der richtige Ausdruck, um diese Spielweise, sein bescheidenes Äußeres und seine Virtuosität zu beschreiben. Die Besucher im ausverkauften Kunsthaus haben sich am Samstag von Odametey hineinbegleiten lassen in eine wundersame Darbietung, wie sie nur Hochbegabten innewohnt.

Dabei muss Waldsassen für den Mann aus Ghana zuerst ein Schock gewesen sein: Lachend erzählt er, dass er direkt aus dem 34 Grad heißen Ghana in den Oberpfälzer Winter mit acht Grad Minus angereist kommt. Odametey trägt‘s mit Humor. Wesentlich schlechter geht es den Instrumenten. In Afrikas Wärme „erschaffen“, wollte sich die traditionelle Kora nicht leicht stimmen lassen. Sobald sie funktioniert, entlockt er der afrikanischen Harfe sphärische Klänge, die ebenso gut den kalten Winterhimmel der nördlichen Oberpfalz beschreiben könnten.

Die Kora ist ein kugelrunder Resonanzkörper, bezogen mit Leder und mit Saiten aus Angelschnüren bestückt. Odametey beschreibt sein Instrument als Gitarre und Harfe gleichermaßen und spielt darauf wie ein griechischer Gott, der die Sterne zum Weinen bringt. Dieser außergewöhnliche Virtuose am Instrument und mit der Stimme hat Fans aus der Region angelockt.

Als Crossover-Künstler wird Odametey bezeichnet, der die neue „Weltmusik-Avantgarde“ repräsentiere. Das klingt elitär. Und auch extravagant. Odameteys Songs über die Liebe, die Kinder Afrikas, den Weltschmerz oder über Gott erfüllen diesen Anspruch. Ihm selbst haftet eine Bescheidenheit an, die Herzen gewinnt. Lächelnd sitzt er inmitten seiner Instrumente, bittet sein Publikum äußerst charmant zum Mitsingen. „It’s very simple“ wird zum Standard des Abends. Angenehm leicht im Ohr klingende Refrains gehen auch ins eher schwere Oberpfälzer Blut. Das Publikum singt, klatscht mit und jubelt dem Künstler immer euphorischer zu.

Gespannt wird verfolgt, wie Odametey immer wieder zur "Mbira" greift. Das kleine Instrument, das er mit beiden Daumen zupft, gleicht einem Glockenspiel. Bestens geeignet sind diese hellen, reinen Klänge, sich im schallerprobten Kunsthaus in allen Winkeln breit zu machen. „I hope, you like it?“ fragt Odametey immer wieder vorsichtig, als könnte er es selbst nicht glauben, dass seine Musik gefällt.

Steigt seine tief-erdige Stimme hoch hinauf oder treibt er die Trommeln mit kräftigen Schlägen voran, ziehen vor dem geistigen Auge die staubigen Steppen und die klaren Sternenzelte Afrikas vorbei. Singt er aber von Gott oder davon, was für ihn Liebe ist, wird der charismatische Adjiri Odametey zum „Musiker of the world“.

 
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