Manfred Kick heißt er im wirklichen Leben. Aber da kennt ihn erst recht keiner hier im KuWa (Kunsthaus Waldsassen). Dabei hat der Zither Manä oft in der Oberpfalz gespielt, sogar zu WAA-Widerstandszeiten in Wackersdorf. Jetzt ist er 71 Jahre alt, schaut optisch nicht so aus und benimmt sich auch nicht so. Wenn er die Zither spielt, springt er mitunter auf den Stuhl und zupft die Saiten von oben.
Er ist durch und durch ein politischer Mensch, der Zither Manä. Gleich gibt's ein Protestgedicht gegen das bayerische Parlament. Passt zur politischen Lage. Obwohl, es ist vom Ludwig Thoma aus dem Jahr 1905. Vor 30 Jahren habe man ihn für seinen Zither-Rock geächtet, erzählt Manä. Heute jubeln ihm die KuWa-Gäste im vollen Haus begeistert zu. Naja, Jubeln im Sinne von "so jubelt ein Nordoberpfälzer".
Der 71-jährige Protestsänger lacht hell von der Bühne runter, wenn er zum Mitschnippen aufruft und keiner tut's. "G'stanzl-Kabarett" ist das, was er seinem Instrument und seinem Wortwitz abverlangt. Wie abgefahren: Zither Manä stimmt den Landler an und heraus kommt der legendäre Zither-Rock. "Das hat mir einer geraten. Erst normale Zithermusik, dann die Steigerung", sagt er, schaut schelmisch in die Runde. Vom "Krauds-Sepp", seinem Vorbild, hat er Volksmusik dabei und gute Musik von Chuck Berry. Rock'n'Roll und Blues passen hervorragend zur aufgepeppten Elektro-Zither - vorausgesetzt der Zither Manä spielt.
Nach Deep Purples "Smoke on the Water" muss neu gestimmt werden. "Das hält die stärkste Zither nicht aus." Manä kehrt immer wieder zur Politik zurück. Die Nazis seien wieder auf dem Vormarsch, deshalb spiele er jetzt ein Lied für den Erhalt der Werte. "Sitzt das braune Gesölze wieder im Parlament. Vor 30 Jahren hätte ich darüber gelacht", empört er sich.
Dann wieder Musik, Klassik diesmal. Franz Suppès Ouvertüre "Dichter und Bauer" ist schwierig, Manä muss sich konzentrieren. Von seiner CD "Coole Zeit" spielt er ein Lied über eine Generation, die Fernsehköche liebt und Pizza im Ofen auftaut. Manäs Texte sind köstlich. Schließlich sollen alle aus voller Brust mitsingen. "Dann haut's die ganze Bude zam", meint der Musiker. Die Bude steht noch. Die Oberpfälzer. Ach, was soll's. Geht schou, passt schou.
"Ich fühl' mich sauwohl bei euch", lässt der Zither Manä verlauten und stimmt den Blues auf der Mundharmonika an. Auch über die Iren hat er eine Story und wie die stehend mitgesungen hätten, als er im Pub gespielt habe - spontan. Er habe das auch in Bayern probiert. Wieder erscheint dieses freche Lächeln: "Es war halt auf Englisch." Eindringlich-einfühlsam ist das Lied vom Krieg, vom Soldaten ohne Beine und davon, dass keiner mehr gewartet habe auf die Männer bei der Heimkehr. Die Lachtränen werden bitter, es geht ans Gemüt. Ein echtes Zuckerl zum Genießen wird "Shine on" von Pink Floyd. "Schließt die Augen", empfiehlt Manä. Da kriegt der Zuhörer Gänsehaut und das Zitt(h)ern, tief bis ins Rocker-Herz.
Vor Freddy Quinn verschont er sein Publikum, Gott sei es gedankt. Den habe er gesungen mit seinem Bruder zur Gitarre. Die Mädchen seien ihnen zu Füßen gelegen. "Man stelle sich das heute vor", sagt der 71-Jährige und lacht. "City of New Orleans" auf bayerisch ist für die Oma und deren "Rox'n'Roi". Einen, den er immer bewundert hat, muss Manä noch erwähnen. Dieter Hildebrand habe gesagt, er mache das nur wegen der Unterhaltung. Die Betonung liege auf "Haltung". Die Welt der Gedanken spricht Manä hier am Beispiel des großen Kabarettisten an, verbessert sich: "Die Welt der Gedanken mit Hirn".














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