Waldsassen. (ubb) Was für eine Freude, bei der sich ihre Fans mitfreuen: Omnitah, die in Schweden geborene Singerin/Songwriterin hat mit ihrem Pop-Album 2018 erst vor wenigen Tagen den ältesten Rock- und Pop-Preis Deutschlands gewonnen. Am Samstagabend feiern sie deshalb gut 70 Leute im KuWa. Bescheiden winkt die Sängerin ab, wenn ihr das Publikum einen Sonderapplaus schenkt. Omnitahs Auftrag ist es, mit ihren Liedern die Seelen der Menschen zu streicheln. Es wird ein melancholischer Abend, bei dem auch ein paar Tränen fließen. Omnitahs Romantik, die sie mit durchaus kritischen Texten über die weniger schönen Weltgeschehnisse verknüpft, macht nachdenklich und lässt die „staade Zeit“ zu einer solchen werden.
Onmitah beginnt mit einem virtuosen und anmutigen Spiel auf ihrer Geige. Sie sei 400 Kilometer gefahren und ganz schön fertig, plaudert sie, als sei sie im Wohnzimmer mit Bekannten zusammen. „Wir sagen doch Du?“ Keiner hat etwas dagegen, diese außergewöhnliche Musikerin und bildhübsche Frau als Freundin zu gewinnen. Und dass sie den Weihnachtsrummel nicht gemocht habe. „Dann saß ich Weihnachten allein im dunklen Zimmer. Das hat mir nicht gefallen“, erzählt sie, dass deshalb ihre X-mas Tour entstanden sei. Omnitah huldigt der staaden Zeit und dem Heiligabend auf ihre eigenwillig-schöne Art. Sie mag es, wenn die Leute offener werden an Weihnachten und an die Armen denken, sagt sie. „Nasser Staub im Gesicht“ heißt der Song, in dem sie von ihrer Kindheit erzählt. Omnitah ist in einer Musikerfamilie aufgewachsen. Der Vater Geigenspieler, die Mutter eine berühmte Pianistin in Schweden. „Ich bin unterm Klavier groß geworden, habe dort mit meinen Puppen gespielt“ erzählt sie. Das prägt für ein Leben: Ihre Instrumente, Klavier und Geige, bedient die 44-jährige Schwedin, als seien diese Butter unter ihren Händen. Die Töne schmelzen regelrecht dahin und nehmen das ebenso dahinschmelzende Publikum mit sich auf die Seelenreise. In den nächsten Songs aus ihrem neuen Album „Seelenstaub“ dreht sich alles um den Seelenfreund und den Einzug ins Herz des anderen. „Schließ mich in dein Herz und wirf den Schlüssel weg“. Wer wünscht sich das nicht mindestens einmal in seinem Leben auch? Omnitah trifft haargenau in die Herzen mit ihrer Melancholie, mit jedem Wort, jedem Ton. Etwa 70 Schwerverbrecher habe sie bei einem Konzert in einem Gefängnis zu Tränen gerührt, erzählt sie. Ob sie das im Kunsthaus auch schafft? Omnitah spricht in einem Lied mit Gott, dessen Stimme die Menschen leider nicht mehr hören könnten. Wenig später bringt sie die Engel ins Kunsthaus, weil sie selbst ein wenig einer ist und sie gibt der Liebe Poesie mit Liedtextpassagen wie „Ich will uns wachsen sehen im Augenblick des Glücks“. Die Zuhörer dürfen mitsingen und tun es ausgiebig. Das sei nicht überall so, freut sich Omnitah und schwärmt vom Kunsthaus. Viele ihrer Songs hat sie für Freunde geschrieben, wenn diese in Not waren oder sehr krank. Das rührt ans Herz. „Emotionen pur“, sagt Vorsitzender Wolfgang Horn am Ende. Er ist sichtlich zu Tränen gerührt, als er von einem Hilfsprojekt erzählt für Kinder mit Behinderungen. Spontan spendet Horn die Einnahmen des Abends für diese Kinder. Für Omnitah gibt’s Standing Ovation für zwei wunderbare Stunden zum Seelennahrung tanken.














Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.