Es war die Umfrage zu Özil und Gündogan

Der Presserat hat die Beschwerde von drei Meinungsforschungsinstituten zurückgewiesen. Sie waren gegen einen Konkurrenten vorgegangen.

Mesut Özil (links) und Ilkay Gündogan.

"Focus online" hatte im Frühjahr 2018 über eine Civey-Umfrage zum Verbleib der Fußballer Mesut Özil und Ilkay Gündogan in der Nationalmannschaft berichtet und darauf verwiesen, dass diese Umfrage repräsentativ sei. Der Beschwerdeausschuss des Deutschen Presserats hält die Verwendung dieser Online-Befragung des Meinungsforschungs-Start-ups Civey für presseethisch unbedenklich. Er erklärte in Berlin eine Beschwerde von drei führenden Meinungsforschungsinstituten gegen "Focus online" für unbegründet. Das Gremium entschied einstimmig, dass die Redaktion ihrer journalistischen Sorgfaltspflicht gemäß Ziffer 2 des Pressekodex nachgekommen sei.

Die Repräsentativität zweifelten die Meinungsforschungsinstitute an und sahen einen Verstoß gegen den Pressekodex. Neben der Sorgfaltspflicht nach Ziffer 2 verwiesen die Beschwerdeführer auch auf Richtlinie 2.1, in der es unter anderem heißt: "Zugleich muss mitgeteilt werden, ob die Ergebnisse repräsentativ sind." Der Beschwerdeausschuss sah dagegen keinen Verstoß der Redaktion gegen die Sorgfaltspflicht. Aus Sicht des Presserats gab es für die Redaktion keinen Anlass, an der Seriosität ihres Kooperationspartners Civey zu zweifeln. So lagen beispielsweise weder Wettbewerbsklagen noch Maßnahmen der Selbstkontrolle der Markt- und Sozialforschung vor. Vor diesem Hintergrund durfte die Redaktion der Aussagekraft der Ergebnisse vertrauen. Eine eigene wissenschaftliche Prüfung der Umfragemethodik von Civey ist der Redaktion nicht abzuverlangen.

Die Meinungsforschungsinstitute hatten ihre Beschwerde mit einer Entscheidung des Presserats vom März 2018 begründet, wonach Redaktionen kenntlich machen müssen, wenn Umfragen auf ihren Internetauftritten nicht repräsentativ sind. Die Fälle seien nicht vergleichbar, so der Presserat. Grundlage der damaligen Beschwerde war eine von einer Redaktion auf der eigenen Homepage selbst veranstaltete, leicht manipulierbare Umfrage. Da die Redaktion Kenntnis von der fehlenden Repräsentativität haben musste, war sie verpflichtet, dies den Lesern entsprechend mitzuteilen.

Sorgfaltspflicht:

Unter Ziffer 2 (Sorgfalt) des Pressekodex besagt die Richtlinie 2.1 (Umfrageergebnisse) unter anderem: „Bei der Veröffentlichung von Umfrageergebnissen teilt die Presse die Zahl der Befragten, den Zeitpunkt der Befragung, den Auftraggeber sowie die Fragestellung mit. Zugleich muss mitgeteilt werden, ob die Ergebnisse repräsentativ sind.“

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