Volles Haus beim E-Commerce-Tag in Regensburg: 250 Besucher informierten sich am Donnerstag im Businessclub der Continental-Arena über die neuesten Trends und tauschten sich aus. Einen Blick auf die Zahlen warf Georg Wittmann. Er ist Geschäftsführer des Regensburger Forschungsinstituts ibi Research, das den E-Commerce-Tag organisiert. Die E-Commerce-Umsätze sind in den vergangenen Jahren in Deutschland demnach stetig gestiegen: von 15,4 Milliarden 2010 auf 54,7 Milliarden 2018.
Allerdings konzentrieren sich die Umsätze auf wenige Online-Shops: Die 100 größten Shops – mit Amazon, Otto und Zalando an der Spitze – erreichen 62 Prozent der Umsätze. Weil sich viele Menschen bereits auf bestimmte Shops und Plattformen festgelegt haben, wird die Neugewinnung von Kunden immer aufwändiger. Deutlich wird: Je größer das Unternehmen ist, desto stärker sind die Abläufe im Betrieb digitalisiert. Kleine Händler liegen hier oft zurück.
Auf das Einkaufsverhalten der Zukunft blickte Ales Drabek von Conrad Electronic. Er entwarf ein Bild von einem Einkaufen, das Maschinen übernehmen. „Langweilige Produkte“ könnten bereits jetzt automatisiert bestellt werden: Der Drucker ordert seine Druckerpatronen selbst, die Waschmaschine ihr Pulver. Conrad ist seit über 20 Jahren im Onlinehandel tätig und hat jede Menge Erfahrungen gesammelt. Das traditionelle Geschäftsmodell – Waren kaufen und verkaufen – hält Drabek aber allein nicht mehr für zukunftsfähig. Conrad setze deshalb auf innovative Ideen. Mit Conrad Connect etwa hat das Hirschauer Unternehmen eine Smart-Living-Plattform geschaffen, mit der man smarte Geräte, Apps und Services miteinander verbinden und herstellerübergreifend für sich arbeiten lassen kann.
Wie wichtig die richtige Produktplatzierung beim Onlinehandel ist, machte Michael Klar von der Otto Group deutlich. Mithilfe von im Internet gesammelten Daten könnten vielen Kunden heute genau die Produkte angeboten werden, die für sie relevant sind. So sei allein die Information schon wichtig, ob ein Mann oder eine Frau online shoppt. Entsprechend könne Männermode oder Frauenkleidung angeboten werden. Klar sprach sich dafür aus, den Datenmarkt nicht allein den globalen Playern wie Amazon oder Facebook zu überlassen, sondern lokale Gegengewichte in Deutschland und Europa zu setzen.
Immer wichtiger werde auch der Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) zur Effizienzsteigerung, sagte Klar. Die Otto Group setze etwa für die Darstellung von Rezensionen in ihren Online-Shops auf selbstlernende Systeme. Sie ermöglichen es, dass Kunden Bewertungen nach für sie relevanten Themen filtern können. Künstliche Intelligenz helfe auch dabei, vorherzusagen, wie ein künftiges Produkt wohl bei den Kunden ankommt. Allerdings komme das System hier auch an seine Grenzen, räumte Klar ein: So könne KI zwar gut prognostizieren, welches Produkt eher kein Renner wird. Schlecht vorhersagen könne es aber, was im nächsten Jahr jeder haben möchte.













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