Anarchischer Charme der Weidener Kunst

Mitgliederausstellung des Kunstvereins steht unter dem Thema "Über den Tellerrand oder Der fromme Eremit"

Bei der Mitgliederausstellung „Passt“ im Kunstverein Weiden macht es die jurylose Zulassung möglich, unterschiedlichste Künstlertypen zusammenzuführen und zu einer charmant anarchischen Bilderschau zu vereinen.
von Autor OTJProfil

"Juryfreie Zulassung, die große Kontraste erlaubt", so fasst Kunstverein-Vorsitzender Wolfgang Herzer den besonderen Reiz der 13. Mitglieder-Ausstellung "Passt" zusammen. Und tatsächlich ist es genau dieser Charme der Anarchie, der die Bilderschau "Über den Tellerrand oder Der fromme Eremit" so sehenswert macht. Sie ist noch bis noch bis 13. Januar im Kunstverein zu sehen.

Die Kunstgeschichte gibt Herzer recht. Denn genau die Konzeption einer juryfreien Zulassung ließ es 1917 in New York zu, "ein Urinal auf den musealen Sockel zu stellen" - die Revolution der Moderne, die die Objektkunst zur Welt gebracht habe.

Kleiner Schmelztiegel

"Es ist der Kontext, der Kunst zur Kunst macht. Es gibt nicht die Kunst an sich." Eine Passt-Ausstellung sei in diesem Zusammenhang ein kleiner Schmelztiegel, der scheinbar eisernes Regelwerk flüssig mache, betont Herzer. Zur Illustration des Gesamteindrucks von einem Blick über den Tellerrand und dem regionalen Eremitentum wählt er einige Beispiele, ohne diesen eine besondere Wertung zukommen zu lassen. Die zweiteilige Arbeit Fritz Thiems beispielsweise oder die Himmelsleiter vom Berliner Christian Schmidt-Chemnitzer, die einen Blick über den Tellerrand symbolisiere.

Breseles Zuhause

Vertreten ist auch die Kunst des Eremiten Max Bresele, der in den Räumen des Kunstvereins sein museales Zuhause gefunden hat. "Als ein evidentes Beispiel möchte ich Ihnen ein Arrangement an der Trennwand anbieten. Da werde ich regelrecht zum Mystiker." Hier sehe man die inspirierende Regalinstallation und Weckgläser-Installation von Claudie Kneidl.

Wen man nun auch nennen mag: Tellerrand-Überschreitungen dieser Art sind ein erfrischender und unabdingbarer Farbtupfer im Weidener Kulturkosmos. Das macht Lust und Interesse für die Aktivitäten des Vereins, der jede Unterstützung verdient.

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