Bahnstrecke Hof-Regensburg: Pilotprojekt soll Elektrifizierung vorantreiben

Es gibt zwar keinen neuen Zeitplan, aber gute Hoffnung: Die Zugstrecke Regensburg-Hof soll künftig ein Pilotprojekt sein und schneller ausgebaut werden. Über das Prozedere freuen sich aber nicht alle.

Die Einfahrt zum Bahnhof Regensburg. Künftig sollen auch über den Gleisen Richtung Weiden Stromkabel verlaufen
von Autor BDLProfil

Geht es bei der Elektrifizierung der Bahnstrecke Weiden-Hof nun ganz schnell? Die Regensburger Bundestagsabgeordnete Astrid Freudenstein hat am Mittwoch bekanntgegeben, dass die Strecke "als Pilotprojekt im neuen Beschleunigungsgesetz" steht. "Bei der Bahn heißt es, durch das neue Gesetz ließen sich mehrere Jahre einsparen", erklärte Freudenstein auf Nachfrage.

Es sei das erste Mal, dass auf die langwierigen Planfeststellungsverfahren verzichten werde könne, deshalb lasse sich nicht genau sagen, wie viel Zeit sich tatsächlich einsparen lasse. Das neue Gesetz aus dem Bundesverkehrsministerium sei aber eigens konzipiert, um Infrastrukturprojekte schneller umzusetzen und Planungsabläufe zu straffen. Vom Genehmigungsbeschleunigungsgesetz sollen bundesweit zunächst zwölf Verkehrsprojekte profitieren. Am Mittwoch kam die überraschende Aufnahme der Bahnstrecke.

Das Gesetz muss allerdings noch vom Parlament beschlossen werden. Durch die Elektrifizierung der 185 Kilometer zwischen Regensburg und Hof können auf der Strecke modernere Elektrozüge eingesetzt werden. Allerdings würde sich durch die Elektrifizierung auch das Aufkommen an Güterzügen und damit die Lärmbelastung für Anwohner deutlich erhöhen. Zuletzt hatte es deswegen verstärkt Proteste gegeben, bis der damalige Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) einen umfassenden Lärmschutz zugesagt hatte. Das Projekt wird laut der Pressemitteilung mindestens 700 Millionen Euro kosten. Es ist im Bundesverkehrswegeplan als Projekt des vordringlichen Bedarfs eingestuft.

Nicht ganz so euphorisch sieht der Bundestagsabgeordnete der Grünen, Stefan Schmidt, die Nachricht. Grundsätzlich sei er natürlich für den schnellen Ausbau. "Das Traurige daran ist", sagt Schmidt, "dass der jetzt versprochene schnelle Ausbau umweltfreundlicher Verkehrsträger zulasten der Rechte von Bürgern sowie Verbänden geht". Dies hätte sich durch bessere Planung auch ohne Gesetzesänderung umsetzen lassen.

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