Besser eine Landarztquote als gar keine Ärzte auf dem Land

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Die Kritik an der Landarztquote ist berechtigt, meint Maria Oberleitner. Trotzdem führt an einer Quote kein Weg vorbei. Ärzte für's Land fallen schließlich nicht vom Himmel.

Ein Landarzt nimmt sein Stethoskop aus dem Koffer.
von Maria Oberleitner Kontakt Profil
Kommentar

Die Skeptiker mögen recht haben: Die Landarztquote steht auf mehr als wackligen Beinen. Der Lösungsvorschlag gegen den Ärztemangel ist nicht optimal. Trotzdem führt an einer Quote kein Weg vorbei. Die Alternative wäre schließlich: Füße stillhalten und warten, bis Haus- und Landärzte vom Himmel geflogen kommen.

Die Kritikpunkte sind dabei mehr als nachvollziehbar: Welcher Abiturient will sich tatsächlich 2020 festlegen, wo er im Jahr 2032 arbeiten will? Auch, dass es Bedenken gibt, reiche Medizinstudenten könnten sich "freikaufen", ist nicht von der Hand zu weisen. Wer es sich leisten kann, die Vertragsstrafe zu zahlen und schließlich doch als Arzt in die Stadt zu gehen, wird daran höchstwahrscheinlich nicht gehindert werden können.

Dazu kommt, dass die Quote viel zu spät kommt. Genauer gesagt zwölf Jahre zu spät: So lange dauert nämlich die Ausbildung zum Hausarzt.

All die Kritikpunkte zeigen eigentlich, wie hilflos wir gegen den Ärztemangel - und wie dringend angewiesen wir auf solche staatlichen Maßnahmen sind. Was auf einer Maßnahmenliste aber auf keinen Fall fehlen darf: Ein Abbau der Bürokratie und mehr Anreize für angehende Ärzte, zum Beispiel schon während ihrer Ausbildung Praxen auf dem Land kennenzulernen. Und auf dem Land muss in diesem Fall bedeuten: in Eslarn, Bärnau oder Kirchenthumbach. Denn in Regensburg und Umgebung mangelt es nicht an Ärzten.

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