"Wir brauchen Wasser, immer noch!"

Hat es im vergangenen Jahr wirklich zu wenig geregnet? Und verschafft uns der viele Schnee im Januar einen guten Start ins neue Klima-Jahr? Oberpfalz-Medien-Wetterexperte Andy Neumaier zieht Niederschlagsbilanz und blickt nach vorn.

Mehr als genug Wasser steht in den Straßen von Harburg. Das Hochwasser an der Wörnitz in Schwaben hat in der Nacht zum Dienstag im Landkreis Donau-Ries die zweithöchste Meldestufe erreicht.
von Andy NeumaierProfil

Gut sieht's aus mit dem Wasser - könnte man meinen. Nach dem langen und trockenen Sommer hat das Jahr 2018 in der Niederschlagsstatistik mit nur noch leichten Defiziten geschlossen. Und so sind wir mit 470 bis 750 Litern pro Quadratmeter in der Oberpfalz dann doch noch zwischen 70 bis (rund um Regensburg) sogar bei 105 Prozent des Jahressolls an Niederschlag gelandet. Weiden kam auf 75, Amberg auf 77 Prozent.

Das mag beruhigen, doch bedeutet eine Abweichung von 10 Prozent nach unten auch schon ein Defizit von rund 75 Litern im Schnitt. 20 Prozent hin oder her sind zwar klimaübliche Schwankungsbreiten, doch darf man Einiges nicht außer Acht lassen. Der Hauptteil der Jahresniederschläge fiel im Januar 2018 und dann wieder im Dezember. Dazwischen lagen zehn Dürremonate, in denen teilweise nicht mal ein Viertel des Monatssolls registriert wurden. Zusätzlich sorgten Hitze und Sonne mit hohen Verdunstungsraten für gravierende Mehrverluste. Zudem ist der eigentliche Wasserbedarf noch viel höher als die von der Statistik ausgewiesenen minus 20 bis minus 30 Prozent. Grob wären also noch einmal 200 bis 300 Liter auf den Quadratmeter über dem Soll nötig, um für einen weiteren trockenen Sommer - so er denn 2019 käme - überhaupt einigermaßen gewappnet zu sein.

Gut war in dieser Beziehung der bisherige Januar: Unter den Schneedecken war der Boden kaum gefroren, und während Tauwetter und Regen konnte alles gut ins Erdreich eindringen. Auch die Niederschlagsmengen erreichen für den Januar stellenweise schon fast wieder das Soll. Dennoch gilt, trotz allen unleidlichen Wetters der letzten Tage: Wir brauchen Wasser, immer noch! Am besten noch bis weit ins Frühjahr. Ansonsten kann's nur ein nasser Sommer richten - und das wollen wir ja dann auch wieder nicht.

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