"Der Zusammenhang zwischen einer ansteckenden Erkrankung und der Charité ist heute genauso aktuell wie vor 300 Jahren", sagte Charité-Vorstandsvorsitzender Professor Dr. Heyo Kroemer als medizinischer Berater der „Charité“-Fernsehserie bei einem Pressegespräch in Prag. Das Berliner Krankenhaus sei 1709 wegen einer drohenden Pest-Epidemie gegründet worden, die dann aber nicht gekommen sei. "Hoffen wir natürlich jetzt genau das gleiche im Coronavirus-Zusammenhang."
Am Sonntag endeten in der tschechischen Hauptstadt die Arbeiten zur dritten Staffel der ARD-Erfolgsserie. Der österreichische Schauspieler Philipp Hochmair dozierte ein letztes Mal vor der Kamera als Professor Dr. Otto Prokop im Gerichtsmedizinischen Hörsaal vor Kollegen und Pflegepersonal. Den Ersatz für das weltbekannte Berliner Krankenhaus stellte seit Ende November ein Gebäudekomplex an der Technischen Universität Prag.
In den vergangenen dreieinhalb Monaten entstanden in der Moldau-Metropole sechs neue Folgen. Die Handlung spielt diesmal im Jahr des Mauerbaus 1961. Das „Charité“ liegt unmittelbar am Grenzgebiet. Ab dem 13. August bestimmt die Mauer die Abläufe und den Arbeitsalltag im gesamten Klinikbereich. Erzählt wird von einer Zeit, in der Ärztinnen und Ärzte moralisch, politisch wie auch persönlich an ihre Grenzen stoßen. Das „Charité“ droht auszubluten.
In der Hauptrolle spielt Nina Gummich die Ärztin Dr. Elly Wendt, die nach Dienstschluss an der Krebsfrüherkennung forscht. Vor dem medizingeschichtlichen Hintergrund werden erneut historische mit fiktionalen Charakteren verknüpft. Zu den Koryphäen jener Zeit zählten die Kinderärztin Prof. Ingeborg Rapoport (Nina Kunzendorf), der Gerichtsmediziner Dr. Prokop, auf dessen Seziertisch die ersten Mauertoten lagen und der Gynäkologe Prof. Dr. Helmut Kraatz (Uwe Ochsenknecht).
Die Serie sei revolutionär. Arztserien hätten Tradition im Fernsehen. Die "Charité" sei aber ganz anders, weil in ihrem Mittelpunkt ein Krankenhaus stehe, das durch die Zeit springe. Nach Kaiser und Nationalsozialismus werde jetzt die DDR beleuchtet, sagte ARD-Programmchef Volker Herres.














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