Corona-Alarm bisher die Ausnahme: Übersetzerin positiv

Bisher läuft der Sitzungsbetrieb an den Gerichten überraschend reibungslos weiter. Am Amtsgericht Weiden gab es jetzt dennoch einen Schreckensmoment: Eine Übersetzerin war einen Tag nach dem Prozess positiv auf Covid 19 getestet worden.

Bei Richter Hubert Windisch, hier mit den Schöffinnen, gilt auch am Platz Maskenpflicht.
von Christine Ascherl Kontakt Profil

Am Amtsgericht Weiden gab es vor etwa zwei Wochen eine Schrecksekunde: Das Schöffengericht hatte an einem Dienstag stundenlang verhandelt (Einbruch, Betäubungsmittel, Schleusung). Für die Angeklagten war eine Tschechisch-Übersetzerin nötig - die am nächsten Tag Covid-positiv getestet wurde. Richter Hubert Windisch, stellvertretender Amtsgerichtsdirektor, informierte daraufhin alle Verfahrensbeteiligten. Und das waren eine ganze Menge: Schöffen, Protokollführer, Staatsanwalt, mehrere Angeklagte, mehrere Verteidiger, vier Vorführbeamte und ein halbes Dutzend Zeugen.

In Quarantäne musste niemand, weil am Weidener Schöffengericht besonders strenge Regeln gelten. Jeder Richter kann - da unabhängig - selbst entscheiden, ob während der Verhandlung die Masken abgenommen werden dürfen. Windisch besteht auf Einhaltung der Abstände in seinem Sitzungssaal sowie zusätzlich auf Mund-Nase-Schutz am Platz. Denn anders als bei Zivil- und Familiensachen, wo oft nur fünf Personen im Sitzungssaal sitzen, kämen beim Strafgericht gut 15 bis 20 Anwesende zusammen.

Eine andere Schwierigkeit stellt sich in zwei Sitzungssälen am Amtsgericht Schwandorf: Nummer fünf und sechs sind recht klein, was noch aus Zeiten der Wackersdorf-Prozess herrührt. "Mit den nötigen Sicherheitsmaßnahmen" sei aber auch dort der Betrieb weitergelaufen, so Amtsgerichtsdirektorin Petra Froschauer. Sie begegnete möglichen Vorbehalten mit Sicherheitsmaßnahmen: begrenzte Personenzahl, Plexiglasscheiben, Desinfektion, Lüftung. Im Frühjahr war das Amtsgericht Schwandorf in den Wechselbetrieb gegangen: Die Mitarbeiter waren im tageweisen Wechsel anwesend.

Corona beschäftigt auch die Justiz

Weiden in der Oberpfalz
Hintergrund:

Sicherheitsvorkehrungen an Gerichten

„Relativ normal“ läuft der Justizbetrieb weiter, sagt Dr. Stefan Täschner, Direktor des Amtsgerichts Amberg. Dafür tun die Gerichte einiges.

Am Eingang werden Besucher registriert, an manchen Gerichten wird die Temperatur gemessen.

In den Sitzungssälen gelten Maximalbelegungen.

Teilweise gibt es Trennscheiben.

In den Justizgebäuden gilt Maskenpflicht. Im Sitzungssaal entscheidet der Richter im Rahmen der richterlichen Unabhängigkeit. Viele handhaben es so: Können die Abstände eingehalten werden und sind alle Anwesenden einverstanden, dann können am Platz die Masken abgenommen werden.

Für Sie empfohlen

 

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.