Dynamisch, pulsierend, sphärisch

Missincat begeisterte am Donnerstagabend bei "Klein & Kunst" in Weiden

Ausverkauftes Haus: Missincat überzeugte mit ihren englischen und italienischen Songs am Donnerstagabend bei "Klein & Kunst" in Weiden.
von Holger Stiegler (STG)Profil

Deutsch und Englisch waren bis dato die gewohnten Musik-Sprachen bei der „Klein & Kunst“-Reihe im Untergeschoss der Max-Reger-Halle. Am Donnerstagabend hat sich das geändert, das Italienische ist salonmäßig geworden. Zu verdanken ist dies „Missincat“, der gebürtigen Mailänderin Caterina Barbieri, mit ihrem begeisternden Auftritt vor ausverkauftem Haus.

Es ist einiges anders an diesem Abend: Eröffnet wird er von Minni Rider, die eine gute halbe Stunde lang ein hervorragendes „Vorprogramm“ serviert, ausgestattet mit einer formidablen Stimme und glänzendem Gitarrenspiel. Im Gepäck hat sie eigene Songs wie „Dark Horse“, „Fool“ und „Give a little love“, aber mit „Famous Blue Raincoat“ auch ein gelungenes Leonard-Cohen-Cover. Das alles kommt beim Publikum bestens an, das ist das richtige Warm-Up für Missincat.

Und da geht es gleich einmal ganz italienisch los: Ins Zentrum ihres Auftritts hat Missincat ihr neues Album „10“ gestellt, das ausschließlich Songs in ihrer Muttersprache enthält. Das hat aber alles wenig mit dem bekannten Genre des Italo-Pop zu tun, das klingt moderner, frischer, ungewöhnlicher. Sie beginnt mit „Per un’ora“, da ist neben der Gitarre auch einiges an Technik im Spiel wie Loops und dergleichen. So gelingt es der 41-Jährigen, Klänge mit sphärischem Touch zu erzeugen, eine Musik, der jede Menge Dynamik und Rhythmik innewohnt.

Und es ist sicherlich auch das lauteste Konzert in der Geschichte der „Klein & Kunst“-Reihe, das da über die Bühne geht: Aber diese Musik lebt auch etwas davon, vorstellbar wären zudem eine Nebelmaschine und Lichteffekte, die freilich in dieser Location nicht möglich sind. Und wenn das alles auch in italienischer Sprache begeistert, derer sicher nicht alle Zuhörer mächtig sind, dann weiß man, dass das ein richtig guter Auftritt ist, den Missincat hinlegt. Musik, die pulsiert und fasziniert.

Missincat motiviert beispielsweise die Zuhörer bei einem Song auch dazu, das Geräusch von Regen mit den Händen zu imitieren - und nutzt das als Intro und Outro. In ihren Liedern des Abends erzählt sie vom Dialog zwischen Pinocchio und den Sternen, thematisiert die Seenotrettung von Flüchtenden („Mare“) und greift zwischendrin auch zu älteren – englischsprachigen - Songs wie Pirates und Made of Stone („das ist kein Liebeslied“). Langer kräftiger Applaus ist am Ende der gerechte Lohn.

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