Weiden in der Oberpfalz
03.10.2019 - 16:47 Uhr

Wir sind eins, aber doch nicht gleich

30 Jahre deutsche Einheit: Nun ist die junge Generation dran, findet Maria Oberleitner. Diejenigen, die in einem geeinten Deutschland aufwachsen durften, sollen das Land nun wirklich zu einer geeinten Nation machen.

Kommentar von Maria Oberleitner
An der Stelle, wo zu DDR-Zeiten die Berliner Mauer stand, sind vor dem Brandenburger Tor Pflastersteine, die an die Mauerzeiten erinnern. Eine Schwelle mit Pflastersteinen zeichnet die Grenze zwischen Ost und West nach. Bild: Christophe Gateau/dpa
An der Stelle, wo zu DDR-Zeiten die Berliner Mauer stand, sind vor dem Brandenburger Tor Pflastersteine, die an die Mauerzeiten erinnern. Eine Schwelle mit Pflastersteinen zeichnet die Grenze zwischen Ost und West nach.

Die meisten unter 30-Jährigen kennen die Mauer aus Geschichtsbüchern, Museen und Erzählungen. Wir wuchsen als Kinder in "einem" Deutschland auf. Dass unsere Heimat - trotz des Scheins einer Einheit - immer noch nicht vollkommen vereint war, begriffen wir, die im Westen nach der Wende Geborenen, erst, als wir bemerkten, dass "Ost" und "West" für wesentlich mehr stand als lediglich für Himmelsrichtungen.

Lange genug ist das nun her. Deshalb sollte es genau jene Generation, die in einem geeinten Deutschland aufwachsen durfte, als Verpflichtung sehen, das Land auch wirklich zu einer geeinten Nation zu machen. Einem Land, in dem sich alle ernstgenommen fühlen.

Wir müssen reden. Reden, über die Fehler und Versäumnisse, die damals vielleicht geschehen sind. Reden, über eine gemeinsame Zukunft ohne gegenseitiges Verspotten und Verlachen. Wir müssen aber auch darüber reden, wieso so viele Ostdeutsche so unzufrieden sind mit der Demokratie in Deutschland, dass sie ihr Kreuzchen bei einer rechten Partei setzen.

Ein Anfang wäre es, endlich allen deutschen Rentnern faire - und vergleichbare - Renten zu zahlen. Damit es nicht noch einmal 30 Jahre dauert, bis Osten und Westen wirklich nur noch zur Bezeichnung von Himmelsrichtungen benutzt werden.

 
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