Equal Pay: Oberpfälzerinnen verdienen weniger als ihre Kollegen

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Am 17. März ist Equal Pay Day: Die Lohnlücke im Bezirk Oberpfalz ist laut einer Studie größer als im Bayern-Durchschnitt - dafür ist die Tarifabdeckung höher als im bayerischen Durchschnitt.

Umschläge mit Schokotalern als Inhalt liegen an einem Stand des DGB (Deutschen Gewerkschaftsbundes) zur Verteilung an Passanten bereit. Im Verkauf, Vertrieb und in Banken verdienen Frauen bei gleicher Leistung und Berufserfahrung weiterhin deutlich weniger als ihre männlichen Kollegen.
von Maria Oberleitner Kontakt Profil

In Deutschland - und auch in der Oberpfalz verdienen Frauen immer noch weniger Geld als Männer - und die Gehaltsunterschiede werden nur langsam kleiner.

Im vergangenen Jahr lag der durchschnittliche Bruttostundenlohn der Frauen mit 17,72 Euro noch um 20 Prozent niedriger als der von Männern mit 22,61 Euro, wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden berichtete. Vor einem Jahr hatte der Unterschied 21 Prozent betragen und 2014 waren es 22 Prozent. Europaweit liegt Deutschland damit auf dem vorletzten Platz. Während Männer als Fachkräfte in Bayern laut einer Studie von Gehalt.de im Schnitt 44 226 Euro verdienen, liegen Frauen mit 35 699 Euro deutlich darunter.

Bruck

Bei steigendem Lohnniveau

Noch größer ist die Differenz laut einer Studie aber in der Oberpfalz: In den Gebieten mit Postleitzahlen 93 und 92 liegen Männer mit 44 136 Euro recht gut im Schnitt - Frauen verdienen dagegen mit 32 425 Euro rund 27 Prozent weniger. In den beiden Postleitzahlengebieten - größtenteils Oberpfalz - wurden 3764 Datensätze erhoben. Die Studie belegt nicht nur, dass die (unbereinigte) Lohnlücke für Fachkräfte für Frauen zwischen 41 und 50 Jahren am größten ist (10,46 Prozent), sondern auch, dass die Lohnlücke mit steigendem Gehaltsniveau größer wird. Das sei laut Studie einer der Gründe, weshalb die Gehaltsdifferenzen im Osten nicht so stark ausgeprägt sind wie in den westlichen Bundesländern: So ließe sich auch erklären, warum der Lohnunterschied laut Berechnungen in Baden-Württemberg (21,42 Prozent) wesentlich größer ist als zum Beispiel in Brandenburg (11,79 Prozent). Auch der DGB Oberpfalz macht auf die Lohnlücke aufmerksam: "Frauen verdienen in Bayern im Durchschnitt noch immer 24 Prozent weniger als Männer. Gilt ein Tarifvertrag, fällt die Entgeltlücke um ganze 10 Prozentpunkte geringer aus", sagt Katja Ertl, Regionssekretärin des DGB Oberpfalz.

Kommentar zum Thema Equal Pay

Weiden in der Oberpfalz

Schlusslicht Bayern

Während in Bayern nach Angaben des DGB 44 Prozent keine tarifliche Entlohnung erhält, sind es in der Oberpfalz nur 39 Prozent - trotzdem ist Bayern damit das Schlusslicht unter den westdeutschen Bundesländern.

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