Weiden in der Oberpfalz
24.05.2025 - 10:40 Uhr
OnetzPlus

Experten geben Tipps: Richtiges Verhalten gegenüber Blaulichtfahrzeugen

Blaulicht und Martinshorn sorgen oft für Unsicherheit bei Autofahrern: Experten der Freiwilligen Feuerwehr Weiden, des BRK Amberg und der Integrierten Leitstelle erklären, wie Autofahrer reagieren sollen, wenn Einsatzfahrzeuge näherkommen.

Sind BRK, Feuerwehr und Co im Einsatz, zählt oft jede Sekunde. Deshalb ist es wichtig, dass andere Verkehrsteilnehmer richtig reagieren. Symbolbild: Nicolas Armer/dpa
Sind BRK, Feuerwehr und Co im Einsatz, zählt oft jede Sekunde. Deshalb ist es wichtig, dass andere Verkehrsteilnehmer richtig reagieren.

Wie sollen sich Autofahrer an einer Kreuzung verhalten, wenn sie Blaulicht sehen?

An einer Kreuzung ist es wichtig, den Einsatzfahrzeugen Platz zu machen. Dazu empfiehlt Ludwig Grasser von der Feuerwehr Weiden, dass sich alle Fahrzeuge in ihrer Fahrtrichtung nach rechts orientieren. "Die Feuerwehr fährt gerne durch die Mitte", erklärt Grasser. Das heißt: Links an den Fahrzeugen vorbei, da entgegenkommende Autos den Einsatzfahrzeugen besser ausweichen können. "Blaulicht und Martinshorn sind kein Freibrief," sagt Markus Popp vom BRK Amberg. Einsatzkräfte geben den Autofahrern die Zeit, Platz zu machen, trotzdem sollten diese zügig ausweichen. "Im Zweifelsfall dürfen Autos auch rote Ampeln überfahren, aber man muss dabei sehr vorsichtig sein und darauf achten, dass die Kreuzung weiter frei bleibt," erklärt Grasser.

Wie verhält man sich an Engstellen, wenn sich ein Einsatzfahrzeug nähert?

Ein Beispiel für Engstellen im Straßenverkehr sind Kreisverkehre. Laut Jürgen Meyer von der Integrierten Leitstelle empfiehlt es sich, den Kreisverkehr zügig zu verlassen, um den Einsatzkräften die Durchfahrt zu ermöglichen. Bei scharfen Kurven bietet es sich laut Popp an, mit normaler Geschwindigkeit weiterzufahren, um den Einsatzfahrzeugen nach der Kurve Platz zu machen. In Kurven hat es der Rettungsdienst wegen der eingeschränkten Sicht schwer, andere Fahrzeuge zu überholen, erklärt er. Zudem informiert er, dass Autofahrer dazu angehalten sind, in beiden Fällen den Verkehr zu beobachten, um darauf reagieren zu können.

Was ist auf der Autobahn und auf Landstraßen zu beachten?

Gemäß §11 Abs. 2 der Straßenverkehrsordnung müssen Autofahrer bei Stau auf Autobahnen und mehrspurigen Landstraßen eine Rettungsgasse bilden. Das heißt: Autos auf der linken Spur halten sich links und Fahrzeuge auf den rechten Spuren halten sich rechts. Der Standstreifen und die Rettungsgasse sind den Einsatzfahrzeugen vorbehalten und dürfen nicht befahren werden. "Auf Landstraßen sollten Autofahrer die Geschwindigkeit reduzieren und sich rechts halten", sagt Popp. Weiter warnt Meyer vor abrupten Bremsvorgängen. Diese könnten zu Auffahrunfällen führen.

Mit welchen Problemen sind Einsatzkräfte konfrontiert?

"Man muss das Fehlverhalten von anderen Fahrzeuglenkern einberechnen," sagt Ludwig Grasser. Dies trifft sowohl auf die Einsatzkräfte, aber auch auf alle anderen Verkehrsteilnehmer zu. "Besonders erschreckend ist die Anzahl an Fahrern, die offenbar gar nicht bemerken, dass wir mit Blaulicht hinter ihnen sind – weil sie laut Musik hören oder ins Gespräch vertieft sind," bemängelt Jürgen Meyer. Markus Popp vom BRK Amberg weist darauf hin, dass Autofahrer nicht unüberlegt handeln sollten und "dann als Panikreaktion plötzlich links ausscheren".

Tipps von den Profis

"Autofahrer müssen umsichtiger und rücksichtsvoller fahren, ab und zu in den Rückspiegel schauen und nicht unüberlegt, sondern mit Bedacht handeln", erklärt Markus Popp. Wichtig sei dabei rechts den Blinker zu setzen, um den Einsatzkräften zu symbolisieren, dass sie gesehen wurden. "Wir machen uns schon bemerkbar," sagt Ludwig Grasser. Ist das der Fall, sei es wichtig, möglichst schnell Platz zu machen, denn im Zweifelsfall zählt jede Sekunde. "Das gilt im Übrigen auch für Radfahrer und Fußgänger", mahnt der Feuerwehrmann.

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.