Feierabend, wenn andere aufstehen

Karl Pairst, Besitzer des Weidener Clubs "12zehn" spricht über Jogginghosen in der Discothek, gute DJs und Fundsachen.

Karl Pairst öffnet die Tür zu seiner Discothek in Weiden
von Maria Oberleitner Kontakt Profil

Mit Türen kennt sich Karl Pairst aus - denn lange Zeit stand er selbst Nacht um Nacht davor, um zu entscheiden, für wen die Nacht hier zu Ende ist und wer drinnen weiterfeiern darf.

Den Weidener Club "12zehn" führt der 43-Jährige nun seit vier Jahren. In das Geschäft mit dem Feiern wurde er quasi hineingeboren, sagt er. Schon mit 16 half er seinem Vater beim Gläserspülen aus. Mit 21 schließlich führte er seine erste eigene Discothek.

Eine lange Zeit, so erinnert er sich, hatte er damals auch als Türsteher gearbeitet. "Meine Türpolitik hat sich seitdem ziemlich verändert", sagt er. Ganz am Anfang seiner Karriere waren Jogginghosen und Turnschuhe auf seiner Schwarzen Liste. "Später dann Baggypants und Cappies." Heute gibt es quasi keinen Dresscode mehr. "Draußen bleiben muss nur, wer angetrunken oder aggressiv ist."

Ein Türsteher müsse den Zustand eines Feiernden in Sekundenschnelle abschätzen können, stets deeskalierend wirken und die Dinge "wie ein Kumpel" auf verständnisvolle Art klären.

Die rund 17 Mitarbeiter, die den Feiernden einen ausgelassenen Abend ermöglichen, starten abends um 10 Uhr mit den Vorbereitungen - um 11 Uhr öffnet sich schließlich die Tür. Für besonders wichtig hält Pairst die Aufgabe des DJs. "Gute DJs können ihr Publikum lesen. Sie schaffen eine Atmosphäre, in der die Menschen gerne bleiben, tanzen und Spaß haben. Und: "Die Weidener feiern gerne", sagt Pairst. "Und sie sind begeisterungsfähig." Mit Themen-Nächten versucht er, für jeden Musikgeschmack etwas anzubieten. Elektro, Black, Deutschrap. "Am entspanntesten ist das Publikum in der Rock-Nacht." Rockmusik locke auch die verschiedensten Altersschichten an. Fast-Feierabend ist schließlich morgens um 5 Uhr, wenn die Musik aus und das Licht angeht. "Dann sieht man erst, was bei der Feierei alles kaputtgegangen ist", sagt Pairst. Und, was alles liegengebleiben ist: Jacken, Taschen, Handys, Ausweise. "Was zu lange nicht abgeholt wird, bringen wir zum Fundamt."

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