Grimms Märchen bei der Kulturbühne Weiden

Die Fliegende Volksbühne Frankfurt präsentiert am 17. Dezember „Grimms Märchen. Eine Warnung“ in Weiden. Im Interview erklärt Schauspieler und Intendant Michael Quast, warum es gut ist, dass die Geschichten so brutal sind.

Philipp Mosetter und Michael Quast (rechts) präsentieren am Dienstag "Grimms Märchen. Eine Warnung" in der Max-Reger-Halle.
von Holger Stiegler (STG)Profil

Wer kennt sie nicht? Das tapfere Schneiderlein, Rotkäppchen, Rumpelstilzchen und der Froschkönig sind Klassiker in der Welt der Märchen. Sie stammen allesamt von den Gebrüdern Grimm. Einen ganz eigenen Zugang zu den Märchen präsentiert am kommenden Dienstag, 17. Dezember (19.30 Uhr), die Kulturbühne Weiden. Es gastiert die Fliegende Volksbühne Frankfurt mit „Grimms Märchen. Eine Warnung“, dargeboten von Philipp Mosetter und Michael Quast. Die Kulturredaktion hat sich mit Michael Quast, der auch Intendant der Fliegenden Volksbühne ist, unterhalten.

ONETZ: „Grimms Märchen. Eine Warnung“ Eine Warnung wovor?

Michael Quast: Wir stellen die steile These auf, dass die Grimms grimmige Burschen waren, die von ihren Schreibtischen aus Angst und Schrecken in den Kinderzimmern dieser Welt verbreitet haben. Wir machen das natürlich mit einem Augenzwinkern, aber wenn man die Märchen ernst nimmt, tun sich gelegentlich Abgründe auf.

ONETZ: Was erwartet das Publikum: Eher etwas zum Nachdenken oder zum Lachen?

Unser Programm ist ein unterhaltsames und lustiges Programm, aber unbedingt gehören auch nachdenkliche und ernste Momente dazu. Das liegt in der Natur der Märchen, die wir ernst nehmen und am Humor, mit dem wir uns der Sache nähern.

ONETZ: Sind Märchen eigentlich „grausam“ und „brutal“? Oder muss man da in anderen Kategorien denken?

O ja, die Grimm’schen Märchen sind sehr brutal. Da wird geköpft, geblendet, gefressen und mit Pech übergossen nach Herzenslust. Aber das hat sozusagen eine therapeutische Wirkung, wenn es darum geht, Alpträume zu verarbeiten.

ONETZ: „Hänsel und Gretel“, „Aschenputtel“, „Rotkäppchen“ und „Frau Holle“ – der Siegeszug der Grimm’schen Märchen hält bis heute an. Warum eigentlich? Was sagen die Märchen uns heute noch?

Sie erzählen viel über die Natur des Menschen und geben manchen guten Rat. Zum Beispiel, dass es gut ist, im Wald ein paar Kieselsteine in der Tasche zu haben.

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