Die EU-Kommission berät die Zukunft der Ein- und Zwei- Euro-Münzen - und in der Oberpfalz schrillen die Alarmglocken, wie eine Umfrage auf der Facebook-Seite von Onetz zeigt. Aber auch Banken und Händler in Weiden und Amberg verfolgen die Diskussion genau.
Das Thema polarisiert: Über 3000 Personen haben sich bis Mittwochabend an der Facebook-Abstimmung beteiligt, mehr als die Hälfte, 63 Prozent, sprechen sich für eine Abschaffung der kleinen Münzen aus. Größte Sorge: versteckte Preiserhöhungen. "Aus 41 Cent werden bestimmt 45. Das läppert sich", rechnet ein Nutzer vor. Wer keine Lust auf Kleingeld habe, könne an der Kasse "passt schon" sagen. "Früher hatten wir auch Pfennige im Geldbeutel und keiner wollte die abschaffen", wirft eine weitere Nutzerin ein. "Der nächste Schritt zur Bargeldabschaffung", hält ein anderer dagegen.
"Kein Vorteil"
Unter den "Geldprofis" bei Handel und Banken ist man einig: Das Ende des Bargelds soll es nicht geben. "Ich sehe keinen Vorteil, weder für Kunden noch für Händler", sagt Michael Jahn, von der gleichnamigen Porzellangalerie in Amberg. Ihr Vater Bernhard Jahn ist im bayerischen Handelsverband und sehe die Sache genauso. Es sei erwiesen, dass Kartenzahlung keinen Zeitgewinn bringt und Händlern Geld kostet.
Auch bei der Volksbank-Raiffeisenbank Nordoberpfalz in Weiden glaubt man an die Zukunft des Bargelds: "Wir sollten uns als Gesellschaft genau überlegen, ob wir absolut gläsern sein wollen", sagt Bankvorstand Bernhard Wolf. "Bestimmte Dinge bezahlt man einfach gerne bar." Allerdings sinke die Nachfrage nach Bargeld derzeit von selbst, neue Zahlungsdienste seien dafür verantwortlich.
Kleine Münzen rechnen sich nicht
Wenn es um die Kupfermünzen geht, gehen die Meinungen auseinander: Während Michaela Jahn auch hier "Nein" sagt, ist man an der Kasse eines Sportgeschäfts in Weiden anderer Meinung. "Es wäre einfacher, mit glatten Beträgen zu rechnen" sagen zwei Verkäuferinnen. "In anderen Ländern geht es auch." In Finnland etwa sind die kleinen Münzen längst aus dem Verkehr gezogen. Etwas Charme erkennt hier auch Banker Wolf: "Die Bearbeitung von Hartgeld ist sehr kostenintensiv - für Handel und Banken gleichermaßen." Aus volkswirtschaftlicher Sicht sei klar: "Kleine Münzen rechnen sich nicht".













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