Weiden in der Oberpfalz
30.04.2025 - 11:23 Uhr
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Der LTO-Schock: Landestheater stellt ab sofort den Betrieb ein

Die Kuh schien vom Eis, jetzt ist sie eingebrochen: Das LTO stellt ab sofort den Betrieb ein, Mitarbeiter werden gekündigt, Aufführungen abgesagt. Eine ganz kleine Hoffnung bleibt aber noch.

"Die letzte Schicht" hätte demnächst Premiere feiern sollen. Jetzt steht der Titel des Stücks über die Maxhütte für das Landestheater selbst. Grafik: Marco Meier
"Die letzte Schicht" hätte demnächst Premiere feiern sollen. Jetzt steht der Titel des Stücks über die Maxhütte für das Landestheater selbst.

Schock für rund 20 LTO-Mitarbeiter und eine ganze Kultur-Region: Insolvenzverwalter Harald Schwartz hat am Mittwochmorgen in einer Betriebsversammlung die Belegschaft des Landestheaters Oberpfalz über die Betriebseinstellung informiert. Den rund 20 Mitarbeitern ist bei der Versammlung die sofortige Kündigung in Aussicht gestellt worden. Auch für die Inhaber von Theaterkarten hat diese Entscheidung Konsequenzen: Die anstehenden Aufführungen entfallen nach jetzigem Stand, die Karten werden ungültig.

Im Gespräch nutzt der Insolvenzverwalter allerdings konsequent den Konjunktiv. Denn auch wenn er den Schritt zur Betriebseinstellung bereits gegangen ist: Noch ließe sich alles rückgängig machen, erklärt der Jurist aus Kümmersbruck. „Dann müsste es aber bis Freitag oder spätestens Anfang nächster Woche eine klare Zusage geben“, erklärte Schwartz.

An welcher Zusage es aktuell konkret fehlt, dazu wollte sich Schwartz nicht weiter äußern. Hinter den Kulissen scheint es aber wohl Bedenken gegeben zu haben, den Geschäftsbetrieb des LTO aus der insolventen Gesellschaft herauszukaufen und fortzuführen. Es gab wohl Bedenken, dass die künftigen Träger des LTO damit auch Risiken und Verpflichtungen mitübernehmen.

Vor welchen „Altlasten“ man sich dabei sorgt, blieb am Mittwoch zunächst unklar. Im Grunde dient ein Insolvenzverfahren genau dazu, einen Betrieb ohne Altlasten und Schulden fortführen zu können. Eine Anfrage an die vier Gebietskörperschaften blieb zunächst unbeantwortet. Dort waren in den vergangenen Monaten Vorarbeiten für die Gründung eines Kommunalen Zweckverbandes gelaufen. Diesen Verband sollten die beiden Kreise Tirschenreuth und Neustadt an der Waldnaab sowie die Städte Kemnath und Weiden tragen.

In die Vorarbeiten eingebunden war auch der Landtagsabgeordnete Stephan Oetzinger. Der CSU-Politiker hatte sich vor allem um die Ausarbeitung der Satzung des Zweckverbandes engagiert. "Man muss akzeptieren, dass die Gespräche zwischen den Geldgebern und dem Insolvenzverwalter zu keinem Ergebnis geführt haben", kommentiert Oetzinger die Wendung. Der Zweckverband sei dennoch auf den Weg gebracht, es gebe von allen Beteiligten weiter die Bereitschaft hier mitzuziehen. "Auch der Freistaat Bayern hat sich immer an seine Förderzusagen gehalten und ich bin sicher, dass das auch bei einem neuen LTO so wäre." Er setzte darauf, dass es auch künftig professionelles Theater in der Region geben wird.

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Leuchtenberg02.05.2025
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Neustadt an der Waldnaab30.04.2025
Info:

LTO am Ende: Was passiert mit gekauften Karten

  • Ab Ende Mai hätte beim LTO der Sommerspielplan mit einer Uraufführung starten sollen: Ein neues Stück über die Maxhütte hätte am 30. Mai Uraufführung in Sulzbach-Rosenberg feiern sollen.
  • Weitere Termine waren am 1.6, 6.6., 7.6. und 8.6. geplant gewesen.
  • Zudem waren Wiederaufnahmen von Brandner Kasper, Spatz und Engel und weitere Stücke geplant
  • Nach aktuellem Stand entfallen diese Aufführungen.
  • Zur Rückabwicklung rät Insolvenzverwalter Harald Schwartz, sich an die Verkaufsstelle zu wenden.
  • Karten, die nach dem Insolvenzantrag gekauft wurden, entsprechen einer sogenannten Masseforderung. Diese ist bevorrechtigt, die Chance, Geld zurückzuerhalten sind noch relativ groß
  • Karten die vor dem Insolvenzantrag im vergangenen Oktober gekauft wurden, werden nachrangig behandelt. Hier ist es deutlich unwahrscheinlicher, Geld zurückzuerhalten.
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