"Me too": Die Sexismus-Debatte muss weitergehen

Die "Me too"-Debatte war und ist wichtig, findet Maria Oberleitner. Vor allem ist sie der Meinung, dass die eigentliche Botschaft der Diskussion noch nicht angekommen ist.

Eine junge Frau hält ein Smartphone mit dem Hashtag "#MeToo" in der Hand (gestellte Aufnahme).
von Maria Oberleitner Kontakt Profil
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In einem Land wie Deutschland, in dem Vergewaltigung in der Ehe erst seit 20 Jahren strafbar ist, war - und ist - die "Me too"-Debatte wichtig. Sie stellt ein Thema ins Rampenlicht, das zuvor größtenteils unter den Teppich gekehrt wurde. Die Debatte schuf eine Plattform: Frauen, die bedrängt oder belästigt wurden, mussten nicht mehr alleine mit ihren Erfahrungen fertig werden und begannen, darüber zu sprechen. Ein guter Anfang.Wenn viele Männer auch zwei Jahre nach Beginn der Debatte immer noch nicht die leiseste Ahnung davon haben, wie man sich (gerade jungen) Frauen gegenüber verhält - und wie eben nicht, dann wurde scheinbar zu leise diskutiert. Zumindest außerhalb des Twitter-Universums. Die eigentliche Botschaft scheint nicht angekommen zu sein: Es geht nicht nur darum, einen Sex-Skandal nach dem anderen zu enthüllen. Es geht vor allem um Gleichberechtigung, um Frauenrechte und darum, festgefahrene Machtstrukturen aufzuzeigen und zu verändern. Viele Männer sind sich nun offensichtlich im Umgang mit Frauen nicht mehr sicher. Gleichzeitig bedeutet das aber, dass sie sich Gedanken darüber machen, wie ihr Verhalten beim anderen Geschlecht ankommt und wo Grenzen überschritten werden. Damit ist etwas gewonnen. Die Debatte muss weitergehen - ein erstes Zwischenziel haben wir dann erreicht, wenn junge Frauen nicht mehr für etwas gelobt werden, das sie gut gemacht haben - obwohl sie Frauen sind.

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