Modehaus K&L eröffnet Insolvenzverfahren

Der angeschlagene Modehändler K&L muss ein Insolvenzverfahren eröffnen. Der Betrieb läuft vorerst weiter - die Filialen müssen aber auf den Prüfstand. Auch die in der Region.

Die K&L-Filiale in Weiden. Der Betrieb geht vorerst unverändert weiter.
von Wolfgang Würth Kontakt Profil

Die Modehandeslskette K&L hat am Dienstag einen Antrag auf Eröffnung eines Schutzschirmverfahrens der Insolvenzordnung gestellt. Dies gab das Unternehmen mit Sitz in Weilheim am Mittwoch per Pressemitteilung bekannt. Der Geschäftsbetrieb in den 57 Filialen soll vorerst unverändert weiterlaufen, Löhne und Gehälter der rund 1200 Mitarbeiter seien bis Ende des Jahres gesichert. Allerdings sieht der Krisenplan des Unternehmens neben der "Straffung des Sortiments" auch die Überprüfung der Filialen vor. Unprofitable Häuser sollen schnell geschlossen werden.

Neben der Filiale in Amberg mit 17 und Weiden mit 21 Mitarbeitern führt das Unternehmen in der Region auch Häuser in Bayreuth (23 Mitarbeiter), Neumarkt (21) Regensburg (30) und Cham (13). Zu deren Zukunft wollte das Unternehmen am Dienstag keine Prognose abgeben. "Wir können derzeit noch zu keiner möglichen Schließung irgendeiner Filiale etwas sagen", erklärte Geschäftsführer Jens Bächle. Auch ein Stellenabbau sei nicht auszuschließen. "Wir wollen aber ganz klar im Schutzschirmverfahren so viele Arbeitsplätze wie möglich erhalten. Das ist unser klares Ziel."

Der damalige Finanzvorstand Bächle hatte das 1962 gegründete Unternehmen zum 1. September 2017 übernommen und als geschäftsführender Gesellschafter weiter geleitet. Damals hatte er eine Neuausrichtung des Unternehmens angekündigt. Im Geschäftsjahr 2017 erwirtschaftete K&L einen Umsatz von rund 116 Millionen Euro. Für 2018 geht Bächle von 120 Millionen Euro aus, die Restrukturierung der Firma schien nach seinen Aussagen auf einem guten Weg. "Wir haben in den ersten acht Monaten des Geschäftsjahres trotz Problemen aus der Vergangenheit und der schwierigen Marktentwicklung den Abwärtstrend des Unternehmens gestoppt." Das Ergebnis habe sich im Vergleich zum Vorjahr um rund 4 Millionen Euro verbessert. "Der September war aber im Gesamtmarkt eine Katastrophe, die dazu geführt hat, dass die bisherige positive Entwicklung und bisherige Planerreichung auf den Kopf gestellt wurden", erklärt Bächle weiter. "Um K&L dauerhaft wieder wettbewerbsfähig positionieren und solchen aktuellen Marktentwicklung standhalten zu können", sei eine Sanierung durch ein gesteuertes Insolvenzverfahren nötig. Ziel sei, die Restrukturierung fortzuführen und "das drohende Liquiditätsproblem langfristig zu lösen". Schon länger kämpft das Unternehmen mit Managementfehlern aus der Vergangenheit, aber auch mit der wachsenden Konkurrenz, den Discounter aus dem Ausland und das Internet dem Modemarkt beschert haben.

Auch in der Amberg Filiale des Modehauses K&L soll der Betrieb weiter gehen.

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