Das Internet macht's möglich: Menschen werfen wild mit Hass um sich. Beleidigen, bedrohen, sprechen Dinge aus, für die sie sich in Prä-Kommentarspalten-Zeiten noch geschämt hätten. Diese neue Art, Meinung kundzutun, wirkt sich auch auf unser Offline-Diskussionsverhalten aus. Im Netz - und nicht mehr nur dort - eskalieren schon alltägliche Debatten; von den Themen Klimawandel, Impfen, Feminismus und Tierschutz gar nicht erst zu sprechen.
Hassrede im Netz ist einfach, es ist feige - und scheinbar losgekoppelt von Scham. Der Hass, die Drohungen und Beleidigungen werden meist gelöscht, aber zu selten bestraft. Deshalb brauchen wir Instrumente, die eine Anzeige (zum Beispiel direkt online bei der Polizei) vereinfachen. Immer noch mehr Überwachung kann allerdings keine Lösung sein, denn es wird, online oder offline, immer dunkle Ecken geben, in denen Illegales passiert.
Die Gesellschaft wäre besser beraten, würde sie auf Bildung setzen und die Diskussionskultur stärken. Denn wir müssen lernen, besser zu diskutieren. Wir müssen lernen, dabei auf Emotionen zu verzichten. Und wir müssen lernen, uns Fehler einzugestehen. Für Hassrede und Beleidungen sollte man sich endlich wieder schämen.













Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.