Oberpfalz-Medien schüttet auch heuer wieder 5000 Euro an ehrenamtliche Organisationen aus

Die Vorschläge kommen von Mitarbeitern der Oberpfalz-Medien. Jedes Jahr wird eine Spende von 5000 Euro ausgeschüttet, aufgestockt von der Geschäftsführung. Verlegerin und Betriebsrat begrüßte fünf Organisationen, die heuer bedacht werden.

Geschäftsführende Verlegerin Viola Vogelsang-Reichl (vorne, rechts) und Betriebsratsvorsitzender Thomas Amann (links) begrüßen fünf Organisationen, die in diesem Jahr mit je 1000 Euro bedacht werden: (von links) Hartmut Schendzielorz (Europäisches Jugendprojekt Oberpfalz), Herbert Putzer (Kinderkrebshilfe), Waltraud Koller-Girke (Förderverein für Schwerkranke), Dr. Friedrich Keller (Oberviechtacher Tafel), Norbert Reger ("Steinwaldia" Pullenreuth). Mit im Bild OM-Kommunikationsmanagerin Andrea Saame.
von Christine Ascherl Kontakt Profil

"Verdun war sehr anrührend." Hartmut Schendzielorz aus Freihung besuchte 2000 als Reservist bei einem Kriegsgräbereinsatz den Schauplatz einer der grausamsten Schlachten des Ersten Weltkrieges. Und da dachte der Freihunger: "Das müsste man Jugendlichen zeigen." Daraus ist ein Europäisches Jugendprojekt Oberpfalz gewachsen. Jugendliche aus Deutschland, Frankreich und Polen treffen sich jedes Jahr zu Projektwochen: "Von der Erzfeindschaft zur Freundschaft." 2019 reist man in die Normandie: Dort jährt sich der D-Day zum 75. Mal.

Wenn Herbert Putzer von derKinderkrebshilfe in der Region Oberpfalz Nord erzählt, schmelzen Steine. Er berichtet von einer Familie, die neu betreut wird: Im August 2018 kam das dritte Kind zur Welt, mit Herzfehler und einer Darmerkrankung. "Das war den Eltern vorher bekannt." Bei der Geburt kam aber eine dritte Diagnose dazu: Leukämie. "Die Familie ist ein tiefes Loch gefallen", berichtet Putzer. Die Mutter ist die Woche über beim Baby in der Uniklinik Erlangen, der Vater kümmert sich um die Kinder (6 und 9) daheim. "Am Wochenende wird getauscht." Zeitgleich gehen die Finanzen den Bach hinunter: Der Vater hat seine Wochenstunden reduziert. Die finanzielle Lücke schließt jetzt die Kinderkrebshilfe. 2018 wurden 150 000 Euro an rund 75 Familien ausgeschüttet.

Was macht ein Chirurg im Ruhestand? Er gründet die Oberviechtacher Tafel. Dr. Friedrich Keller und seine 45 Helfern geben jede Woche an 100 Bedürftige mit Hartz IV und Grundsicherung Nahrungsmittel aus. "Das klappt hervorragend." Auch den "Schwung Asylbewerber" versorge man problemlos mit. Aus Sicht von Keller hat die Tafel einen wichtigen Nebeneffekt: "Vor sieben Jahren sind diese Lebensmittel weggeworfen worden." Er freut sich schon auf die Lieferungen nach den Feiertagen: "Da kommen unsere Bedürftigen an Räucherlachs aus Alaska." Das Haltbarkeitsdatum der Spezialitäten ist knapp bemessen. "Weihnachten ist bei uns immer etwas später."

"Es wird doch alles von den Kassen bezahlt." Diesen Satz hört Waltraud Koller-Girke vom Förderverein für Schwerkranke öfter. Und widerspricht: "Es gibt vieles, das nicht oder wenig gefördert wird." Der Förderverein schließt diese Lücken bei der Palliativstation, die gerade nach Weiden umzieht, und dem Hospiz, das dafür in Neustadt/WN eingerichtet wird. In der neuen Palliativstation haben die Ärzte um eine "biodynamische Beleuchtung" gebeten, die Tageslicht simuliert. Kosten: 55 000 Euro. "Dank unserer Spender kann dieser Wunsch erfüllt werden."

Norbert Reger hat schon erlebt, dass sein Verein für einen Faschingsverein gehalten wurde: Dabei ist die Gesellschaft Steinwaldia Pullenreuthein äußerst traditionsreicher Geseselligkeitsverein, gegründet 1863. Heute widmet man sich der Heimatpflege. Ein Coup gelang der Gesellschaft mit dem Erwecken der Burgruine Weißenstein aus dem Dornröschenschlaf. Ursprünglich wollte man ein paar Mauerreste freilegen. Am Ende grub man in sieben Bauabschnitten und 11 000 ehrenamtlichen Stunden eine der spektakulärsten Ruinen der Oberpfalz aus. Und aktuell? "Steinwaldia" wagt sich an den Wiederaufbau des lebensgroßen "heiligen Grabes" von Pullenreuth, das seit 50 Jahren auf Dachböden der Gemeinde lagert. "Das kann bis zu 200 000 Euro kosten", so Reger.

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