Rapper "Mosaik": Geplatzter Traum wird zur Chance

Am 1. November erscheint das Studioalbum "Bon Voyage" des Rappers "Mosaik". Innerhalb weniger Tage wurde die erste Single "OKAY" 50 000 Mal gestreamt. Damit hat der Weidener nicht gerechnet – Grund für den Song war das Ende eines Traums.

Unter dem Pseudonym „Mosaik“ hat sich Konstantin Franz einen Namen in der Hip-Hop-Szene gemacht.
von Wolfgang Ruppert Kontakt Profil

Plötzlich war sie da, die große Chance: die Aussicht auf einen Vertrag bei einem namhaften Label in Berlin, die Möglichkeit, mehrere Wochen durch Europa zu touren und schließlich den Lebensunterhalt als Rapper zu verdienen.

Mit 21 Jahren stand Konstantin Franz, in der Hip-Hop-Szene besser bekannt als "Mosaik", am Scheidepunkt. Seine Entscheidung hat viele seiner Freunde überrascht: Er hat das Angebot, sich eine Karriere als Berufsmusiker aufzubauen, ausgeschlagen. Verarbeitet hat er das "Gefühlschaos", wie er es selbst nennt, in seinem neuen Studioalbum "Bon Voyage" - einer Hip-Hop-Platte mit Rock- und Indieeinflüssen.

Innere Zerrissenheit

"Ich war auf meiner Reise plötzlich an einer großen Kreuzung angekommen, an der ich nicht wusste, ob ich links oder rechts abbiegen soll", sagt der 21-Jährige. Als er aber schließlich Berlin eine Absage erteilt hatte, begann er damit, neue Texte und Songs über seine innere Zerrissenheit, seine Zweifel und Sorgen zu schreiben, die ihn in den vergangenen stürmischen Wochen begleitet hatten. Dabei stellte er fest: "Als der große Druck von mir gefallen ist, es mir von Song zu Song leichter gefallen ist, Musik zu produzieren." Die elf neuen Lieder erzählen die Geschichte von der inneren Versöhnung Konstantin Franz' mit seiner Künstlerperson "Mosaik".

"Ich hatte mich lange dagegen gewehrt, die beiden Menschen Konsti und ,Mosaik' miteinander zu vermischen.", sagt er. Seine Persönlichkeit sollte nicht einfach im Rapper aufgehen und verschwinden. "Ich habe an mir selbst gezweifelt, die Leute haben nicht mich, sondern nur mehr ,Mosaik' gesehen." Lange habe er "ununterbrochen auf zwei Hochzeiten getanzt". Im Lied "Lifestream" beschreibt er den Kampf, den er lange Zeit mit sich selbst führen musste. Nun habe Franz' sich von seinen Jugendträumen, ein großer Rapper zu werden, verabschiedet. Er ist mit sich selbst ins Reine gekommen. "Mit dem neuen Album habe ich einen ganz anderen Bezug zu meiner eigenen Musik bekommen. Ich kann da ganz selbstbewusst rangehen. Jetzt stehe ich zu meinem Sound", erzählt er mir einem Lächeln im Gesicht.

50 000 Streams nach Absage

Die Idee zum Song "OKAY" hatte Franz spontan, nachdem er die Berlin-Tür zugeschlagen hatte. Was geschah, nachdem er den Song ins Netz gestellt hatte, kann der Musiker bis heute nicht fassen. Innerhalb weniger Tage wurde das Stück rund 50 000 geklickt. "Das war bis jetzt der mit Abstand meistgehörte Song. Das ist schon paradox. Ich lasse einen Traum platzen, plötzlich läuft es mit der Musik wie von selbst", sagt er. "Es ist, als würde das Schicksal mich dafür belohnen, weil ich mich für ein Leben bei Familie und Freuden entschieden habe."

"Mosaik": Gewicht der Leere

Weiter mit dem Altbekannten

Er sagt, ihm sei klar geworden, dass auch ein normales Leben reiche, um glücklich zu sein. Mit einer Musik verfolgt er auch das Ziel, mit gängigen Rap-Klischees aufzuräumen.

"Ich möchte mit Lyrik ein bisschen Kultur rein bringen. Es gibt keine andere Musikform als Hip-Hop, in der du so schön Allegorien aufbauen kannst." Die Sprache in seiner Musik sei es, mit der etwas ausdrücken könne, wozu er mit einfachen Worten nicht im Stande sei. "Zwischen den Zeilen kommt viel Bedeutung hinein. Das bietet undenkbaren Spielraum für Interpretationen."

Bisher hatte Franz unter anderem einen Auftritt in der BR-Sendereihe "PULS" als "Band der Woche" und kam auf den zwölften Platz der den digitalen Hiphop-Charts. Zudem hat Deutschlands größtes Hip-Hop-Portal "hiphop.de" über den jungen Künstler berichtet.

Sein neues Album wird "Mosaik" am 12. November in München in der Glockenbachwerkstatt und am 28. November in der Alten Mälzerei in Regensburg vorstellen. Mehr über "Mosaik".

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