Tango Argentino – eine ganz andere Sprache der Musik

Susanne Hofmann vom Oberpfälzer Tango-Festival plant Workshops für Orchester und Tango-Tanz am 1. Oktober-Wochenende. Ein Interview mit der Organisatorin des Festivals.

Susanne Hofmann.
von Autor gagProfil

Susanne Hofmann ist Gründerin und Organisatorin des Oberpfälzer Tango-Festivals. Die Geigerin und Leiterin der Workshops ist geborene Vohenstraußerin und bleibt mit diesen argentinischen Klängen seit 13 Jahren ihrer Heimat verbunden. Nach einem Violinstudium an der Berliner Hochschule der Künste und an der Franz-Liszt-Akademie Budapest ist sie aktuell fest engagiert in der Magdeburgischen Philharmonie, gibt Konzerte mit Kammermusik und im Genre „Tango Argentino“. Durch die Corona-Einschränkungen entwickelte sie zusätzlich Online-Kurse.

ONETZ: Frau Hofmann, das Oberpfälzer Tango-Festival findet heuer zum 13. Mal statt. Hätten Sie damals 2008 an diesen Erfolg geglaubt?

Susanne Hofmann: Mit den Konzerten und dem Unterrichten begann damals die Zusammenarbeit mit dem argentinischen Bandoneonisten Matías González. Damals habe ich nicht gedacht, dass wir als wunderbar gute Freunde im Duo und auch als Quintett viele Jahre so intensiv zusammen arbeiten werden.

ONETZ: In diesem Jahr sind durch die Corona-Verhaltensregeln viele Kulturereignisse abgesagt worden. Wann entschied sich der Termin am 1. Oktober-Wochenende?

Susanne Hofmann: Das Festival war ja mit zahlreichen Konzerten mit dem Duo Fracanapa und einer Milonga mit Live-Musik mit dem Tango-Festival-Orchester für April und Mai geplant. Die Krise hat dies leider verhindert. Bereits zu diesem Zeitpunkt legten wir in enger Absprache mit der Weidener Tanzschule Vezard zuversichtlich diesen neuen Termin fest. Ich bin sehr froh, dass wenigstens die Workshops stattfinden können.

ONETZ: Wie haben Sie sich vorbereitet?

Susanne Hofmann: Für den Orchester-Workshop am 3. Oktober in der Vohenstraußer Friedrichsburg haben wir einen 100 Quadratmeter großen Raum, in dem wir bis zu 15 Personen unterrichten können - mit entsprechendem Mindestabstand. Wir erarbeiten gerade das Hygienekonzept, das wir der Stadt Vohenstrauß vorlegen. Bei den Tanz-Workshops kümmert sich die Tanzschule um die entsprechenden Regeln und deren Einhaltung, erlaubt sind 15 Paare.

ONETZ: Welche Instrumente sind für den Orchesterworkshop vorgesehen? Auch Blasinstrumente? Ich frage wegen der gefürchteten Aerosole.

Susanne Hofmann: Streichinstrumente, Klavier und Akkordeon sind die Hauptinstrumente. Voraussichtlich werden auch einige Blasinstrumentalisten teilnehmen. Die müssen - so wurde es mir mitgeteilt – einen Abstand von 2 Metern einhalten. Amateure und Profis mit den Instrumenten Bandoneon, Akkordeon, Violine, Viola, Cello, Kontrabass, Saxofon, Klarinette, Flöte, Gitarre können also teilnehmen. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, auch auf einer Nyckelharpa kann man Tango spielen! Es haben sich bereits Teilnehmer aus früheren Workshops gemeldet, die gerne wieder kommen möchten. Man kann schon fast sagen, es hat sich ein "Stamm" aus Musikern entwickelt, die sich auf das nächste Jahr freuen. Wir beschäftigen uns mit maximalem Spaß mit den Spieltechniken des argentinischen Tango. Noten werden nach Anmeldung verschickt.

ONETZ: Wieviele Anmeldungen für den Orchester-Workshop haben Sie schon?

Susanne Hofmann: Im Moment dürften es neun sein. Und ich bin gespannt, wer neu dazu kommt.

ONETZ: Gibt es danach ein Abschlußkonzert mit den Workshop-Teilnehmern?

Susanne Hofmann: Dieses Jahr müssen wir darauf verzichten, es wäre zu kompliziert, dies zu veranstalten. Wir können auch keine Werbung dafür machen, weil nicht sicher ist, was sich in den kommenden Wochen noch ändert. Plan B für den Herbst 2020 war ein Eröffnungskonzert mit dem Duo Fracanapa und eine Milonga, beides in der Tanzschule. Leider müssen sich die Fans unserer Konzerte bis nächstes Jahr gedulden.

ONETZ: Haben Sie Erfahrung mit ähnlichen Veranstaltungen?

Susanne Hofmann: Letztes Wochenende hatten wir einen Orchester-Workshop in Magdeburg, ebenfalls mit 15 Teilnehmern. Größtenteils mit Geigen, was mich natürlich am meisten freute. Es war super. Das interne Abschlusskonzert fand dann in sehr kleinem Rahmen nur unter den Teilnehmern und deren Familien statt.

ONETZ: Was müssen Interessenten tun, wie können sie sich informieren und anmelden?

Susanne Hofmann: Anmeldungen sind über unsere Homepage möglich. Schön wäre eine verbindliche Anmeldung, damit wir konkret planen können. Dies ist für uns Musiker und Tanzlehrer im Moment von enormer Bedeutung.

ONETZ: Was muss man über den Tanz-Workshop wissen?

Susanne Hofmann: Der Tanz-Workshop findet in der Tanzschule Vezard in Weiden (Sebastianstraße 2) statt. Ideal ist die paarweise Anmeldung, voraussichtlich mindestens 9, maximal 15 Paare. Doch auch Einzelpersonen dürfen mitmachen. Aber da muss man sehen, ob sich jemand findet, um ein Paar zusammenzustellen, denn Tanzpartner dürfen nicht gewechselt werden! Das Programm berücksichtigt unterschiedliche Vorkenntnisse im Tango-Tanz. Der Einführungskurs ist am 3. Oktober von 11.15 bis 14 Uhr für Singles & Paare mit/ohne Vorkenntnisse. Von 16 bis 18.45 Uhr gibt es den Mittelstufen-Workshop für Singles und Paare. Der Abschlusskurs findet am 4. Oktober von 11 bis 13 Uhr für alle bisherigen Teilnehmer statt.

ONETZ: Wer unterrichtet beim Tanz-Workshop?

Susanne Hofmann: Wir konnten "Los Morenos" gewinnen, Valeria und Marco González. Sie leiteten die "Academia de Tango" in Galizien und derzeit die Schule "Los Morenos" für argentinischen Tango und Folklore in Nürnberg.

ONETZ: Wodurch wurden Sie auf dieses Tanzpaar aufmerksam?

Susanne Hofmann: Die Empfehlung gab ein begeistertes Weidener Tango-Tanzpaar, das verschiedene Kurse und Milongas besucht.

https://www.oberpfaelzer-tangofestival.com/

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