Die überdimensionierte Auslage eines Juweliers

Es ist nicht alles Gold, was glänzt: Elisabeth Mehrl zeigt im neuen Kunstverein Regensburg großformatige Gemälde von Schmuckstücken.

Täuschend echt: Elisabeth Mehrl malt Schmuck auf virtuose Weise. Dabei geht es ihr jedoch um mehr als um Gold und Diamanten.
von Susanne WolkeProfil

Das trifft bei Elisabeth Mehrl vollkommen zu. "Schöner" lautet der Titel einer Ausstellung im Neuen Kunstverein Regensburg, die Mehrls großformatige Gemälde von Schmuckstücken zeigt. Und tatsächlich kommen die Broschen und Colliers so auf die Leinwand gebannt nicht weniger eindrucksvoll daher als im Original.

Auf samtenem dunklen Grund liegen sie da, präsentiert wie die überdimensionierte Auslage eines Juweliers: Die Perlen, Diamanten und Edelmetalle, die Elisabeth Mehrl in virtuoser Genauigkeit vergrößert hat, sind auf den ersten Blick wahre optische Täuschungen.

Aber es kommt der Künstlerin nicht allein auf die optische Täuschung an. "Es wird nicht die banale äußere Realität abgebildet", lässt die Künstlerin wissen. Vielmehr gehe es um Sehnsüchte, Hoffnungen und Wunschträume.

"Sehnsüchte sind etwas Paradoxes", heißt es weiter zu den Arbeiten Elisabeth Mehrls. "Indem sie sich an Dinge heften, materialisieren sie sich, was sich aber wiederum als trügerisch erweist." Ein besonderes Beispiel dafür sind für Elisabeth Mehrl die Schmuckstücke, die sie einem zweidimensionalem Goldschmied gleich in überdimensionaler Form abbildet. Einen Kontext liefert die Künstlerin dem Betrachter dabei nicht. Jeder kann in seine eigenen Träume und Sehnsüchte verfallen.

Objektiv zu sehen sind bei Elisabeth Mehrl Schmuckstücke. Was dahinter steckt, kann sich der Betrachter selbst ausdenken. Eines jedoch wird bei der Ausstellung im Neuen Kunstverein klar: Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Und das muss es auch gar nicht sein. Die Ausstellung läuft bis zum 8. März im Neuen Kunstverein Regensburg, Schwanenplatz 4. Öffnungszeiten: Donnerstag, Freitag (16 bis 18 Uhr), Samstag, Sonntag (12 bis 14 Uhr).

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