"Umweltsau-Oma": Mit einem Shitstorm ins neue Jahr

Zu den guten Vorsätzen für das neue Jahr 2020 sollte zählen: In den sozialen Medien mehr Ruhe bewahren. Der Shitstorm, den der WDR-Kinderchor ausgelöst hat und mit dem wir in 2020 starten, ist unangemessen, findet Maria Oberleitner.

Das Wort "Shitstorm" ist auf einem Computerbildschirm zu lesen.
von Maria Oberleitner Kontakt Profil
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Ja, das Lied von der Oma als "Umweltsau", das der WDR-Kinderchor eingesungen hat, ist platt. Ja, der Text ist unangemessen und blöd. Mehr aber auch nicht. Bezeichnend allerdings - und mindestens genauso unangemessen - sind die Reaktionen, die das Video ausgelöst hat. Eine Welle der Empörung rauschte durch alle Kanäle der sozialen Medien. Es scheint, als gebe es gerade kein dringlicheres Problem, als auszudiskutieren, ob Satire nun alles darf - oder doch nicht. Dabei ist die Debatte an sich ein Teil des Problems: In den sozialen Medien werden Themen stets heißer gegessen als sie zuvor gekocht wurden. Es ist schwierig geworden, sich über das Klima, Greta Thunberg oder SUVs zu äußern, ohne dass aus sämtlichen Lagern wüste Beleidigungen und Beschimpfungen folgen. Und weil sich unser Diskussionsverhalten im Internet 2020 wohl kaum komplett verändern wird, müssen gerade öffentlich-rechtliche Institutionen wie der WDR lernen, einen solchen Shitstorm auszuhalten - ohne dass sich gleich der Intendant zu Wort meldet. Die Klima-Debatte hat das vergangene Jahr maßgeblich dominiert - und sie wird uns auch im neuen Jahr begleiten. Das ist gut und wichtig. Was wir alle uns aber für das neue Jahr vornehmen könnten: Ruhe bewahren, besonders in den sozialen Medien. Und vor allem: Zusammenhalten. Die Diskussion um den Klimawandel sollte nicht weiter die Generationen spalten. Sie geht uns alle an.

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