Vier Stimmen erklingen mit exquisitem Ausdruck

Die 20. Weidener Max-Reger-Tage erleben im Saal des Bayernwerks ein Konzert mit dem Vokalquartett „Athos-Ensemble“.

Das "Athos-Quartett" sang bei den Weidener Max-Reger-Tagen im Gebäude des Bayernwerks.
von Reinhold TietzProfil

In das ansprechende Programm des „Athos-Ensembles“ führt als Moderatorin Professor Dr. Susanne Popp die zahlreichen Anwesenden ein. Dann singen Angelika Lenter (Sopran), Sandra Stahlheber (Alt), Hannes Wagner (Tenor) und Christian Dahm (Bass) Stücke aus der Zeit der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert sowie der Renaissance. Wie es sich für die Max-Reger-Stadt Weiden geziemt, beginnt das Ensemble seinen A-cappella-Gesangsabend mit einem Werk dieses Komponisten. „Maria, Himmelsfreud“ erklingt feierlich und hervorragend aufeinander abgestimmt. Auch das „Salve Regina“ WoO 54/1 und die Adventsmotette op 176/5 „Deus tu convertens“ von Josef Gabriel Rheinberger entsprechen dieser Anforderung.

Die weiteren vorgetragenen Kompositionen beider Tonschöpfer sind ebenfalls kirchlich geprägt und aus diesem Grunde feierlich in ihrer Struktur. So der Kirchengesang Regers WoO VI/20 Nr. 3, „Lass mich dein sein und bleiben“, in dem dieses Wunschdenken deutlich zum Ausdruck kommt. Eine weitere Motette Rheinbergers, „Ad te levavi“ op 176/3, preist, wie Gott das Leben erleichtert. Wieder ein Werk Regers: Aus den „Responsorien“ WoO VI/23 ertönt Nr. 9, „Dein Wort, o Herr, wohnt weit und ewig“, und dem Ensemble gelingt tadellos, die Verlässlichkeit Gottes zu loben.

Gott ist nah

Anschließend freut sich die Motette „Prope est dominus“ op 176/8 von Rheinberger, dass Gott nah ist. Schließlich folgen aus der Reihe „Sieben geistliche Volkslieder“ WoO VI/14 die Nr. 3, „Es sungen drei Engel“, die Nr. 5, „Ein fröhlich's Gesang unser lieben Frauen“, und die Nr. 7, „Wiegenlied der Hirten an der Krippe zu Bethlehem“. Auch hier verknüpfen die Vortragenden Freude und Feierlichkeit zu glaubhafter stimmlicher Energie.

Nach der Pause erläutert Dr. Susanne Popp höchst informativ das weitere Programm aus Gesängen mit weltlichen Begebenheiten. Die vier Vokalisten beginnen mit einem „Altfranzösischen Tanzlied“ aus den „Sechs Madrigalen“ B1 von Max Reger. Aus dieser Reihe folgen zwei weitere Tanzlieder und ein Liebeslied. Tänzerisch rasch ziehen die Melodien vorüber. Auch die Liebe zeigt sich lebhaft – sie ist wohl freudenreich. Es folgen Melodien aus dem 16. Jahrhundert. Zuerst von Thomas Morley „Clorinda false“ und „April is my Mistress Face“, zweifelnde Klangfolgen, die sich immerhin zum Ende festigen. Dann von Orlando di Lasso lebhaft „Matona mia cara“ und sehnsuchtsvoll „Ich weiß mir ein Meidlein“. Schließlich folgt von Heinrich Isaac das wehmütige Lied „Innsbruck, ich muss dich lassen“, wobei weniger die Stadt als vielmehr Ereignisse darin zu dieser Stimmung führen.

Hohe Ausdruckskultur

Sieben Volkslieder aus zwei Sammlungen, die Max Reger für vier Stimmen angelegt hat, bilden den Schlusspunkt des reichhaltigen Programms. Zuerst erklingen aus „Sechs ausgewählte Volkslieder“ WoO VI/10 „Das Sternlein“, „Liebesqual“, „Liebchens Bote“ und „Das Mädchen vom Lande“ in treffenden musikalischen Stimmungen. Dann ertönen aus „Acht ausgewählte Volkslieder“ WoO VI/11 „Ach, Bäumchen, du stehst grüne“, „Ich hab' die Nacht geträumet“ und „Trutze nicht“ in ebenfalls exquisitem Gesang.

Der große Beifall veranlasst die Sänger zu zwei Zugaben. Einmal aus den „Geistlichen Volksliedern“ von Reger gefühlvoll die Nr. 1 „Abendlied“ WoO VI/14, zum andern nochmals „Ich weiß mir ein Meidlein“. Damit endet ein Konzert mit Musik, die man mit einem Vokalquartett sehr selten zu hören bekommt, noch dazu in einer solch hohen Stimm- und Ausdruckskultur. Entsprechend begeistert über den hervorragenden Zusammenklang der Stimmen sind die Zuhörer.

Das "Athos-Quartett" sang bei den Weidener Max-Reger-Tagen im Gebäude des Bayernwerks.
Das "Athos-Quartett" sang bei den Weidener Max-Reger-Tagen im Gebäude des Bayernwerks.

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