Wagner meint bei der Programmvorstellung am Donnerstag in der Max-Reger-Halle damit nicht nur klassische Stücke, sondern auch aktuelle Aufführungen und ein Theater, das Impulse setzt. Er sei fest überzeugt davon, dass die Weidener Theaterbesucher und die aus der Region Aufführungen mit professionell ausgebildeten Schauspielern und deren Sprachduktus erleben möchten: "Sie wollen Theater mit Einflüssen und Anregungen aus allen kulturellen Ecken der Republik. Tourneetheater können diese Ansprüche erfüllen." Mit den Angeboten in der letzten Saison habe man versucht, neue Zuschauer zu gewinnen, mit unterschiedlichem Erfolg.
Wie Hallen-Chef Johannes Häring erklärt, habe man das Abo-Programm der Kulturbühne abgespeckt, was das Abonnement verbillige. Statt sieben Aufführungen würden in der kommenden Saison nur fünf angeboten. Dazu kommen drei Aufführungen auf der "BühneZwo", die wie bisher mit ungewohnten Stücken Besucher außerhalb des Abos locken sollen. Abonnementen bietet er ein Tauschprogramm an, das den Abo-Besitzern ermöglicht, sich innerhalb der beiden Bühnen zu entscheiden.
Für kommende Saison setzen die Veranstalter mit Veit Wagner und Stefan Voit verstärkt auf klassische Stücke, die vor allem Jugendliche aus der Region und Schüler aller Gymnasien, Fach- und Berufsoberschulen, Realschulen und Hauptschulen ansprechen sollen. "Sie werden beworben, denn sie sind die Theaterbesucher der Zukunft", unterstreicht Wagner. "Theater ist Teil des Bildungsprogramms aller Lehrpläne." Man gehe deshalb davon aus, mit den Schulen ähnlich zu planen, wie im Vorjahr.
Die Saison beginnt mit dem Psychothriller "Die Therapie" (Dienstag, 16. Oktober, 19.30 Uhr) von Sebastian Fitzek. Eine sehr intensive und raffiniert ausgeklügelte Spannungsgeschichte des Berliner Kriminaltheaters. Es folgt "Goethe: Faust I", (Dienstag, 6. November, 19.30 Uhr) das - "umwerfend anders" - einen abgrundtiefen Blick auf das deutsche Nationalepos zeigt und von zwei Schauspielern aufgeführt wird.
Zu Beginn des neuen Jahres gibt es die Parabel auf das Dritte Reich und den Kommunismus "Biedermann und die Brandstifter" (Mittwoch, 16. Januar, 19.30 Uhr), ein Stück, das aufzeigen will, dass Wegsehen und Mitläufertum nichts taugen. Die Theaterakademie Stuttgart führt Shakespeares große Tragödie "Hamlet" (Montag, 6. Mai, 19.30 Uhr) auf. Die Kulturbühne schließt mit dem Drama "Supergute Tage oder die sonderbare Welt des Christopher Boone" (Montag, 3. Juni, 19.30 Uhr) nach dem Kultroman von Mark Haddon, der sich mit dem Thema Erwachsenwerden befasst.
Die BühneZwo, die nicht im Abo enthalten ist, präsentiert mit "Anders als du glaubst" (Mittwoch, 5. Dezember, 19.30 Uhr), eine abenteuerliche Reise durch die Weltreligionen sowie macht- und wirtschaftspolitische Interessen. In englischer Sprache und daher für Schulen geeignet, weil leicht verständlich, wird von der "American Drama Group Europe" und "TNT Britain" das Stück "Pygmalion" (Dienstag, 26. Februar, 19.30 Uhr) aufgeführt. Die BühneZwo schließt mit "Heute zwischen gestern und morgen" (Montag, 1. April, 19.30 Uhr). Diese Aufführung, in der Johannes Kirchberg Chansons und Couplets von Kurt Tucholsky singt, findet in Kooperation mit den Weidner Literaturtagen ausnahmsweise in Regionalbibliothek statt. ___Karten beim NT/AZ/SRZ-Ticketservice unter Telefon: 0961/85-550, 09621/306-230 oder 09661/87290, www.nt-ticket.de und Abendkasse.

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