Wohlige Wohnzimmeratmosphäre

Diane Weigmann und Thimo Sander begeistern bei „Klein&Kunst“ in Weiden

Diane Weigmann und Thimo Sander lieferten in Weiden einen perfekten Auftritt ab
von Holger Stiegler (STG)Profil
Diane Weigmann und Thimo Sander lieferten in Weiden einen perfekten Auftritt ab
Diane Weigmann und Thimo Sander lieferten in Weiden einen perfekten Auftritt ab

„Ich gehöre eigentlich an den Ballermann – es sieht nur keiner“: Es ist immer wieder wohltuend, wenn sich Künstler selber auf die Schippe nehmen, wenn sie mit Selbstironie spielen, wenn sie sich nicht so furchtbar ernst nehmen. Diane Weigmann gehört zweifelsohne in diese Kategorie, was sie bei ihrem Auftritt bei der „Klein& Kunst“-Reihe in der Max-Reger-Halle eindrucksvoll unter Beweist stellt. Gemeinsam mit ihrem Bühnenpartner Thimo Sander steht sie zwei äußerst kurzweilige Stunden lang auf der Bühne und nimmt die Zuhörer mit auf eine musikalische Reise.

Am „Ballermann“ mag man sich Diane Weigmann echt überhaupt nicht vorstellen, noch sinnloser könnte man Perlen wohl nicht vor die Säue werfen. Denn das Duo auf der Bühne hat wirklich was zu erzählen, es wird gesungen und gespielt von Gefühlen, Empfindungen, Erlebtem und Gedanken. Und Weigmann lässt die Besucher am eigenen Leben teilhaben, wenn sie immer wieder Episoden daraus einstreut. Wenn sie beispielsweise bekennt, dass sie es mit Zahlen eigentlich nicht so habe, andererseits es aber extrem viele Lieder von ihr gebe, in denen Zahlen eine wichtige Rolle spielen („Sieben Leben“, „10 000 Meter freier Fall“).

Ihrem Song „Noch ein Drittel bis zum Meer“ stellte sie die Geschichte voraus, wie sie im engen familiären Umfeld mit Alkoholabhängigkeit konfrontiert und davon auch geprägt wurde. Und sie erzählt, dass es schon ein gutes Gefühl gewesen sei, so etwas wie ein „Popstar“ zu sein, als ihr Lied „Das Beste“ 2005 quasi ein Hit gewesen sei und sie am Flughafen auch schon mal Autogramme schreiben durfte.

Der Auftritt selbst kommt in Weiden ohne die großen Posen aus, das ist einfach gutgemachte Popmusik mit Tiefgang, Klänge, die nachdenklich machen, schmunzeln lassen oder einfach nur unterhalten. Zur wohltuenden Gesangstimme gesellen sich virtuose Gitarrenklänge, die die Zuhörer begeistern, die insgesamt so etwas wie eine wohlige Wohnzimmeratmosphäre schaffen. Da müssen Weigmann und Sander dann auch nicht lange bitten, dass die Gäste in Refrains einsteigen und mitsingen. Grundsympathisch und authentisch ist das alles, was hier geboten von dem früheren „Lemonbabies“-Girl und ihrem Bühnenpartner. Die letzte Zugabe des Abends wird dann sogar noch improvisiert: Weigmann und Sander verlassen die Bühne, suchen sich stattdessen Plätze mitten im Publikum, gesungen und gespielt wird ohne technische Hilfe. Viel Applaus für einen gelungenen Konzertabend.

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