Von „Yesterday“ bis „O sole mio“

„The 12 Tenors“ präsentierten in Weiden ihr „Best of“-Programm - mit einem Spagat zwischen klassischen und rockigen Klängen.

"The 12 Tenors" gaben sich wieder einmal die Ehre in der Weidener Max-Reger-Halle - und das Publikum war wieder einmal begeistert.
von Holger Stiegler (STG)Profil
"The 12 Tenors" gaben sich wieder einmal die Ehre in der Weidener Max-Reger-Halle - und das Publikum war wieder einmal begeistert.
"The 12 Tenors" gaben sich wieder einmal die Ehre in der Weidener Max-Reger-Halle - und das Publikum war wieder einmal begeistert.

Weiden. Es klingt erst einmal ziemlich klassisch: „Die 12 Tenöre“. Das weckt natürlich Assoziationen an die legendären „Drei Tenöre“ Pavarotti, Domingo und Carreras. Also diese drei einfach mal vier? Ganz so ist es natürlich nicht, von klassischen Operntenören sind die meisten der zwölf Herren auf der Bühne stimmlich schon etwas entfernt. Natürlich gibt es auch einzelne Sänger mit klassischer Opern-Ausbildung, die meisten kommen eher aus der Musical-Schiene.

Das muss man zumindest wissen, wenn man ein Konzert der „12 Tenöre“ besucht. Das Publikum in Weiden – die Max-Reger-Halle ist praktisch ausverkauft - dürfte in der überwältigenden Mehrheit davon bereits wissen, gastiert die Formation doch nun schon das vierte Jahr in Folge. Auch für Januar 2020 hat sie sich bereits angekündigt.

Sie singen wirklich nicht schlecht, das beweisen die "12 Tenors" auch an diesem Abend zum wiederholten Male. „Funiculì, Funiculà“ – mit diesem klassischen Evergreen eröffnen die zwölf Sänger, die von einer dreiköpfigen Live-Band begleitet werden, fast schon traditionell das rund zweieinhalbstündige Programm. Ein Programm, das einen Querschnitt durch das Repertoire der Truppe bildet, die in immer wieder wechselnder Besetzung in der ganzen Welt seit gut elf Jahren unterwegs ist. Es wird eine zweieinhalbstündige Reise durch die Musikgenres: von Klassik bis Rock, von Musical bis Schlager.

Die „12 Tenors“ bilden eine Einheit, man könnte sie fast als ein Gesamtkunstwerk bezeichnen. Allerdings gibt es auch einige Ecken und Kanten - die stimmlichen Qualitäten der Sänger sind etwas heterogen, die Lautstärke einiger Darbietungen macht es den Emotionen nicht gerade einfach, sich zu behaupten. Dies wird aber meist wieder wettgemacht durch gelungene (Tanz-) Choreographien und die Flexibilität der Sänger, den unterschiedlichen Musikstilen Authentizität zu verleihen. Dass die „Thriller“-Adaption im Michael-Jackson-Medley unfreiwillig albern daherkommt und es eigentlich keine weitere Cover-Version von Leonard Cohens „Halleluja“ braucht – geschenkt.

„Mein kleiner grüner Kaktus“ steht neben dem Queen-Medley, Puccinis „Nessun dorma“ neben „Angels“ von Robbie Williams. Die Sänger animieren die Zuhörer immer wieder zum Mitklatschen und Mitsingen – die Begeisterung ist groß in der Halle. Deutlich über 20 Titel sind es, mit denen die „12 Tenors“. Nicht fehlen dürfen an diesem Abend Lieder aus den Musicals „Evita“, „Tarzan“ und „König der Löwen“, ein berührendes „Perhaps love“ und rockige Klassiker wie „Pretty Woman“, „Let’s twist again“ und „Uptown girl“. Zum Abschluss heißt es „Time to say goodbye“, allerdings nicht ohne zuvor eine herrliche Version des Prince-Hits „Kiss“ zu interpretieren. Frenetischer Applaus des Publikums.

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