Oberpfalz
30.06.2022 - 09:57 Uhr

Weniger Gewalt gegen Polizei in der Oberpfalz – aber auch ein Tötungsdelikt

Wie in ganz Bayern: Auch in der Oberpfalz ist die Zahl von Gewalttaten gegen Polizeibeamte 2021 zurückgegangen. Das zeigt eine Auswertung des Regensburger Polizeipräsidiums. Zufrieden könne man mit den Zahlen aber noch nicht sein.

Gewalt gegen Polizisten kommt auch in der Oberpfalz vor. Allerdings seltener als anderswo. Symbolbild: Carsten Rehder
Gewalt gegen Polizisten kommt auch in der Oberpfalz vor. Allerdings seltener als anderswo.

Bei 578 Gewalttaten gegen Polizeibeamte hat es in der Oberpfalz im Jahr 2021 mehr als 200 mindestens leicht verletzte Polizistinnen und Polizisten gegeben. Das meldet das Präsidium Oberpfalz am Donnerstag. Im Vergleich zum Vorjahr bedeute die Zahl einen Rückgang um etwa 10 Prozent. 2020 hatte die Statistik 643 Fälle ausgewiesen. Zu den Vorfällen aus dem Jahr 2021 zähle auch ein "versuchtes Tötungsdelikt", heißt es in der Mitteilung. Hinzu kommen "Delikte wie Beleidigung, Bedrohung, Gefährliche Körperverletzung und Tätlicher Angriff".

Die Oberpfalz habe im bayernweiten Vergleich damit verhältnismäßig weniger Fälle verzeichnet. „Auch wenn die Zahlen nunmehr zurückgegangen sind, so liegen sie immer noch auf einem hohen Niveau", zitiert die Mitteilung Polizeipräsident Norbert Zink. Insgesamt führt die Statistik demnach 1290 Polizistinnen und Polizisten als Gewaltopfer . Genau 200 trugen bei den Übergriffen leichte Verletzungen davon. Es habe aber auch drei schwer verletzte Kollegen gegeben. Über 80 Prozent der 476 Tatverdächtigen waren demnach männlich, fast 60 Prozent standen während des Vorfalls unter Alkohol- oder Drogeneinfluss.

Besonders hervor hebt das Präsidium einen Fall aus dem November 2021 in Regensburg. Nachdem ein Fahrradfahrer versucht hatte, sich einer Kontrolle zu entziehen, sei es zur Verfolgungsjagd gekommen. Als der Flüchtige gestellt war, kam es laut Mitteilung zu einer Rangelei, in "deren Verlauf die Person eine mitgeführte Schusswaffe in die Hand nahm". Es sei davon auszugehen, dass der Beschuldigte die Waffe auch einsetzen wollte, diese aber wohl nicht funktioniert habe. "Die Beamten vernahmen ein Klick-, jedoch kein Knallgeräusch", heißt es im Bericht vom Donnerstag. Im Anschluss habe der Verdächtige die Waffe als Schlagmittel eingesetzt und beide Beamte verletzt. Dennoch wurde er überwältigt.

Positiv sei, dass immer mehr Verfahren in Zusammenarbeit mit den Staatsanwaltschaften priorisiert bearbeitet werden. Damit möchte man schnell und konsequent die Täter bestrafen, die gegen Polizisten, Rettungskräfte und Feuerwehrleute gewalttätig werden. Bereits am Mittwoch hatte Innenminister Joachim Herrmann Zahlen für ganz Bayern vorgelegt. Der Minister zog eine ähnliche Bilanz. 7826 Fälle von verbaler und körperlicher Gewalt gegen Polizistinnen und Polizisten bedeuten zwar einen Rückgang von 8,9 Prozent im Vergleich zu 2020. Dennoch bleibe auch in Herrmanns Augen das Gewaltpotential gegen Polizisten hoch.

Gewalt gegen Polizisten: Fallzahlen 2020 und 2021 nach Kreisen

 
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