24.05.2020 - 14:28 Uhr
WindischeschenbachDeutschland & Welt

Live-Konzert: Im Auto mit Django 3000

Die Live-Kultur ist wieder da – zwar deutlich anders als bisher gewohnt, aber trotzdem mitreißend. Das Autokonzert von Django 3000 in Windischeschenbach am Samstag ist der gelungene Auftakt.

Die Jungs von "Django 3000" sorgten beim ersten Autokonzert in der Region für feurige Unterhaltung
von Holger Stiegler (STG)Profil

Konzertstimmung im Auto ist ja nichts Ungewöhnliches, wer die entsprechende Musikanlage sein Eigen nennt, wird das bestätigen. Im Auto zu sitzen, die Live-Band auf der Bühne zu sehen und über das Autoradio in Echtzeit den Sound zu empfangen, dann aber doch. Zu verdanken ist dies dem Veranstalter-Team von Oberpfalz-Events um Chef Tobias Grünes, der die Band „Django 3000“ dazu verpflichtet hat. „Das ist total crazy: Drei Wochen lang haben wir zu vierzehnt darauf hingearbeitet, dass das heute stattfinden kann“, erzählt Grünes. Als Location habe man schließlich den Parkplatz des Autohofs Bergler sichern können, der einen idealen Rahmen abgibt. Jetzt stehen da eine Bühne und zwei große LED-Wände, zahlreiche Kameras sind im Einsatz und sogar eine Drohne überfliegt das Gelände, um für tolle Bilder und Aufnahmen zu sorgen.

Die Parkplätze für die Autos sind genau definiert und markiert, Ordner sorgen dafür, dass das Einparken reibungslos funktioniert. Getränke und Snacks können online bestellt werden und werden mit umfunktionierten Rasenmäher-Bulldogs zu den Autos gebracht. Gegen die Abstands- und Hygieneregeln wird an diesem Abend offensichtlich nicht verstoßen, darauf legt auch Veranstalter Grünes großen Wert: „Die Autos dürfen nur im Notfall verlassen werden, wer zur Toilette geht, muss einen Mundschutz tragen“. Große Bedeutung an diesem Abend hat die Zahl 105,6 – das ist die UKW-Frequenz, über die der Sound direkt in die Autoradios kommt. Alles ziemlich ungewöhnlich, aber es klappt ausgezeichnet. „I wanna party like a bonaparty“ in Reinkultur.

Für Florian Starflinger – Geiger, Sänger und Gründungsmitglied von „Django3000“ – ist der Abend etwas ganz Besonderes. „Ich bin gespannt: Ich habe noch nie vor Autos gespielt“, betont er im Gespräch vor dem Konzert. Die Situation, dass man sich gegenseitig nur über den Stöpsel im Ohr höre, kenne man eigentlich nur aus dem Proberaum. „Aber wenn dann statt geklatscht von den Leuten gehupt wird, dann ist das sicherlich ziemlich cool“, so Starflinger. Dass es Veranstalter gebe, die ein solches Autokonzert auf die Beine stellen, sei grandios. Aber: „Die Regierung überlässt es den Künstlern und Kreativen, dass sie schon irgendwas machen. Ich würde mir von der Politik aber schon auch taffe und innovative Konzepte wünschen!“

In Reih und Glied waren die Autos angeordnet, um den Blick zur Bühne zu sichern.

„Django3000“ ist schon längst kein Geheimtipp mehr in der bayerischen Kulturlandschaft: Nicht nur aus den Landkreisen Neustadt, Tirschenreuth und der Stadt Weiden kommen die Besucher an diesem Abend, die KFZ-Kennzeichen BT, WUN, HO, AS und SAD belegen dies. Dass das Konzertgelände direkt an der A93 liegt, ist natürlich ein großer Vorteil. So sind zum Beispiel Alexander und Verena aus Weiden gekommen. „Wir sind wegen Django 3000 da“, sagt Alexander. Ursprünglich wollten die beiden schon einmal ein Konzert in Regensburg der Combo besuchen, das sei allerdings ausverkauft gewesen. „Wir sind echt glücklich, dass es wieder Live-Kultur gibt“, betonen die beiden. Wenn so etwas in Weiden nicht möglich sei, dann fahre man eben woanders hin.

Den Besuch an diesem Abend dürfte wohl niemand bereuen: Die vierköpfige Band – bestehend aus Kamil Müller, Florian Starflinger, Jan-Philipp Wiesmann und Korbinian Kugler – liefert ein durch und durch mitreißendes Programm ab. Wenn Sänger Müller ruft „Jetzt seid Ihr dran!“, hört man „normale“ Hupen und sieht die Lichthupen. Da es bei den teils feurigen Balkan-Beats der Jungs freilich schwerfällt, ruhig und andächtig im Auto sitzen zu bleiben, gerät auch einiges in Bewegung und die Stoßdämpfer von einigen Autos sind ziemlich gefordert. Statt vor der Bühne zu hüpfen wird eben das Auto zum Wackeln gebracht. Und auch daran wird man sich gewöhnen: Ohrenbetäubendes Gehupe nach knapp 100 Minuten ist der neue Ausdruck für die Wertschätzung der Künstler.

Die Jungs von "Django 3000" sorgten beim ersten Autokonzert in der Region für feurige Unterhaltung
Veranstalter Tobias Grünes: „Das ist total crazy: Drei Wochen lang haben wir zu vierzehnt darauf hingearbeitet, dass das heute stattfinden kann“
Man kann es den Gesichtern entnehmen: Die Stimmung war saugut.
Mit umfunktionierten Rasenmäher-Bulldogs wie diesem wurden Getränke und Snacks zu den Besuchern gebracht
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