12.12.2018 - 16:50 Uhr
WindischeschenbachDeutschland & Welt

Weihnachten mit Claudia Koreck

Nach der „Kinderplatte“ vor zwei Jahren legt Singer/Songwriterin Claudia Koreck nun ihre „Weihnachtsplatte“ vor. Darauf zu hören sind allerdings keine Neuinterpretationen oller Kamellen. Stattdessen: Eigengewächse.

Claudia Koreck
von Autor MFGProfil

Bevorzugt geht es besinnlich zu bei der aktuellen Produktion der 32-jährigen Traunsteinerin Claudia Koreck. Gelegentlich jedoch fröhlich, beinahe ausgelassen. Korecks aktuelles Werk kommt dem ursprünglichen Geist vom Heiligen Fest der Christen jedenfalls aufs Angenehmste nahe. Das Meiste ist auf Bayerisch intoniert, Weniges auf Englisch. Es gibt keine Rührseligkeit, stattdessen schon mal Wehmut. Keine Oberflächlichkeit, stattdessen schon mal leidenschaftliche Tiefe. Einfach nur ein durchgehend angenehm zu hörendes Werk, das gerade in seiner Zurückhaltung den Hörer emotional bewegt.

ONETZ: Welchen Bezug haben Sie zu Weihnachten?

Claudia Koreck: Ich war stets ein großer Familienmensch, der bin ich bis heute. Die Adventszeit und als Höhepunkt Heiligabend waren und sind für mich etwas Besonderes. In dieser Phase des Jahres kommt der Mensch - hoffentlich - zur Ruhe, mit seinen Liebsten zusammen, es geht besinnlich zu. Dass dieses Fest religiös begründet ist - für mich keine zwingende Erkenntnis. Es ist in meinen Augen das „Fest der Liebe“ schlechthin. Also ein Manifest für die wunderbarste Eigenschaft, die das menschliche Dasein vorzuweisen hat.

ONETZ: Wann hatten Sie die erste Idee für die „Weihnachtsplatte“?

Die Überlegung als solche existiert schon länger. Doch richtig konkret geworden ist sie in Schweden. Dort war ich 2016, um mich für meine „Kinderplatte“ inspirieren zu lassen. Bereits damals gab es Inspiration für die „Weihnachtsplatte“. Anfang 2018 habe ich mich ein weiteres Mal für eine Woche in die kleine Hütte in der Nähe von Stockholm zurückgezogen. Ich steckte ganz alleine völlig abgeschieden von der Außenwelt inmitten eines Naturschutzgebiets, ohne Internet-Empfang, an meiner Seite lediglich Gitarre und Mandoline. Ich war im Nirgendwo, direkt am Wasser - außer einigen Elchen habe ich hoffentlich niemanden gestört. (lacht) In dieser frostigen Idylle sind die Rohversionen für die „Weihnachtsplatte“ entstanden.

ONETZ:

Gibt es eine Botschaft, die mit den elf Songs der CD vermittelt werden soll?: Die Scheibe soll eine Grundstimmung vermitteln: Weg vom Weihnachts-Kitsch, Leute! Weg vom materiellen Weihnachts-Wahn. Kommt lieber zusammen in dieser staaden, kalten Zeit. Deshalb auch die eher karge Instrumentierung, die umso eindringlicher daher kommt: Alles ist handgemacht und live eingespielt.

ONETZ: Ist der Winter Ihre Lieblings-Jahreszeit?

Ich kenne keine bevorzugte Saison. Weil ich den ständigen Wechsel der Jahreszeiten total liebe. Jede hat was Spezielles für sich, das ist herrlich. Im Winter etwa hinterfragt man sich gerne. Und steht im Frühjahr mit neuen Erkenntnissen wieder auf.

Claudia Koreck: Weihnachtsplatte

ONETZ: Hat Weihnachten viel mit menschlicher Wärme zu tun?

Das ist wenigstens für mich die Grundaussage dieses Fests. Mag sein, dass bei etlichen Menschen die Hektik mehr und mehr wächst, weil das ganze Ding immer noch materialistischer ausgelegt wird. Aber mein Mann und ich versuchen weitgehend, uns nicht von diesem Wahn infizieren zu lassen. Was nicht immer ganz einfach ist mit einem achtjährigen Sohn und einer vierjährigen Tochter. (lacht)

ONETZ: Wie schwierig war es, im heißen Mai dieses Jahre im Studio eine „Weihnachtsplatte“ aufzunehmen?

Ich habe mir alle erdenkliche Mühe gegeben - was nicht einfach war. (lacht) Um meine Musiker-Jungs in Advents-Stimmung zu versetzen, musste ich tricksen. Ich habe den Aufnahmeraum mit Kugeln und Sternen geschmückt, außerdem habe ich trotz Hitze draußen einen Weihnachtspulli getragen. Irgendwie hat das prima funktioniert. Zwischen und herrschte eine extrem angenehme menschliche Stimmung. Und das im Früh-Sommer ...

ONETZ: Sie sind aktuell auf Tour - was ist von den Konzerten zu erwarten?

Wir stehen gerade mal zu Dritt auf der Bühne. Alleine schon durch diesen Umstand ist gewährleistet, dass die Sache eine intime Angelegenheit ist. Tatsächlich wollen wir eine staade Stimmung erzeugen. Die Set-List kommt recht weihnachtlich daher. Aber klar spielen wir auch Stücke aus meiner kompletten Karriere. Und schließlich noch „Wish You Were Here“, den Klassiker von Pink Floyd. Das Lied haben zwei Onkel von mir immer an Heiligabend unterm Christbaum zum Besten gegeben. Insofern ist dieser Song für mich die perfekte Weihnachtshymne.

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