Schneechaos in Österreich: Oberpfälzer Familie sitzt auf Hütte fest

Die Alpen versinken im Schneechaos. Für eine Oberpfälzer Familie bedeutete das einen unfreiwillig verlängerten Skiurlaub. Kathleen Völkel aus Wolfsbach (Kreis Amberg-Sulzbach) saß mit ihren Liebsten auf 1548 Metern fest.

von Julian Trager Kontakt Profil

Unglaublich, schreibt Kathleen Völkel, seien die Schneemassen vor, auf und neben der Hochwartalm in Saalbach-Hinterglemm. Auf dem Dach der Mittelstation, direkt neben der Hütte, ist die Schneeschicht höher als die Arbeiter, die den Schnee wegräumen müssen. So viel Schnee, berichtet Völkel, hat selbst der Hüttenwirt noch nicht gesehen – und der ist seit 40 Jahren auf der Alm in den österreichischen Alpen.

Für Kathleen Völkel, ihren Mann Jens, den zwei Kindern und den Großeltern bedeutete das Schneechaos einen verlängerten Skiurlaub, die Familie wurde am Dreikönigstag auf der Hochwartalm auf 1548 Metern eingeschneit. Bis Sonntagnachmittag war die Straße nach Saalbach-Hinterglemm wegen einer Lawinenwarnung - die zweithöchste Stufe - gesperrt, niemand kam in den Skiort, niemand kam raus. Familie Völkel musste also warten und hoffen, dass die Straße rechtzeitig wieder geöffnet wird. Nachdem eine Lawine kontrolliert gesprengt wurde, wäre der Weg nach Hause, nach Wolfsbach (Kreis Amberg-Sulzbach), frei gewesen. Aber: „Wir hatten dann keine Möglichkeit mehr, ins Tal zu kommen“, berichtet Völkel. Die Gondel hatte den Betrieb bereits eingestellt, und die Hütte sei eben nur so zu erreichen.

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Somit saß die Oberpfälzer Familie mit gepackten Koffern auf der Alm fest, wie am Sonntag laut dpa zeitweise rund 12000 andere Skiurlauber in Saalbach-Hinterglemm und Obertauern auch. Sehr zur Freude der beiden Jungs, die den zusätzlichen Urlaubstag freilich gut zu nutzen wussten. „Wir haben den ganzen Tag im Schnee getobt“, schreibt Kathleen Völkel wegen schlechter Handyverbindung per Mail. Auch nicht schlecht, aus Sicht der Kinder: Am Montag fällt für sie die Schule aus. „Was will man machen“, schreibt Völkel am Sonntagabend, „Zwangsurlaub.“ Die Schule sowie die Arbeitgeber der Eltern wurden am Montag informiert.

Seit der Anreise am Neujahrstag habe es in Saalbach-Hinterglemm ununterbrochen geschneit. „Am Auto waren es vorgestern im Tal bestimmt 80 Zentimeter“, teilt die Wolfsbacherin mit. Wie hoch der Schnee auf dem Berg ist? „Im Tiefschnee standen wir bis zum Bauch im Schnee.“ Stressig sei die Situation aber nicht gewesen, einzig die Entscheidung, ob runter ins Tal und dort warten oder auf der Hütte bleiben und eben dort warten. Das Hüttenpersonal habe ihnen aber geraten, auf der Alm zu bleiben. Probleme machte das nicht, die Zimmer seien weiter verfügbar gewesen – weil die neuen Gäste nicht ins Tal kamen.

Völlig reibungslos verlief auch die Heimreise nicht. Bis auf eine Straße über Hochfilzen seien sämtliche Straßen nach Deutschland auch am Montag gesperrt gewesen. "Chaos!", schreibt Kathleen Völkel am Montag. Der Schnee lag in Österreich teilweise zweieinhalb Meter hoch. Erst auf der Autobahn ab Kufstein hätte es keinen Schnee mehr gegeben. Daheim in Wolfsbach kam die Familie am Montagnachmittag an - knapp 24 Stunden später als geplant. Obwohl sie sich nach einem Urlaub noch nie so aufs Zuhause gefreut habe, ist für Familie Völkel eins klar: Im nächsten Jahr geht's wieder auf die Hochwartalm, die Hütte ist bereits gebucht.

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