21.06.2019 - 14:26 Uhr
WunsiedelDeutschland & Welt

Gemeinsam auf der Luisenburg-Bühne

Das Schauspieler-Paar Nikola Norgauer und Paul Kaiser bereichert seit sechs Sommern die Luisenburg-Festspiele. Die Oberpfälzerin und ihr Schweizer Freund stehen gerne zusammen auf der Bühne - zum Beispiel im aktuellen Stück "Die Päpstin".

Im aktuellen Stück "Die Päpstin" haben Paul Kaiser (l.) und Nikola Norgauer (Mitte) sogar gemeinsame Szenen.
von Holger Stiegler (STG)Profil
Privat ein Paar und auch bei den Luisenburg-Festspielen oftmals gemeinsam auf der Bühne: Nikola Norgauer und Paul Kaiser.

Nikola Norgauer und Paul Kaiser sind feste Größen bei den alljährlichen Luisenburg-Festspielen in Wunsiedel. Die beiden Schauspieler stehen dort seit 2014 auf der Bühne. Und sie haben noch etwas gemeinsam: Seit über 15 Jahren sind die Wahl-Oberpfälzerin (gebürtige Unterfränkin) und der Schweizer privat ein Paar.

Aktuell sind die beiden im Schauspiel "Die Päpstin" zu erleben, beide haben jeweils vier verschiedene Rollen übernommen. Wer das Stück bereits gesehen hat, wird bestätigen können, wie leidenschaftlich und dynamisch sie in ihren Partien aufgehen. Und wie sie selbst kleineren Rollen Tiefgang und Authentizität verleihen. "Die Luisenburg war mir als Regensburgerin natürlich auch schon vor 2014 präsent. Und ich hatte den Wunsch, dort spielen zu dürfen", blickt Norgauer zurück. Auch Kaiser hatte schon von dieser besonderen Bühne gehört, bevor er 2013 die Festspiele erstmals besuchte.

Einig sind sich die beiden, wenn sie auf die ersten Proben 2014 zurückblicken: "Da hat man schnell gemerkt, dass die Bühne einfach ein magischer Ort ist." Und das konnten sie bereits damals in zwei Stücken gemeinsam genießen - zum einen in "Jim Knopf", zum anderen - als Ehepaar Sandperger - in "Glaube und Heimat". Mittlerweile ist es der sechste Sommer, den die beiden auf der Luisenburg verbringen, die Faszination für und auch der Respekt vor der Bühne ist immer noch da. "Du hast da eine Weite, ganz spezielle Spielgesetze - und die Natur spielt immer mit. Du bist bei jeder Aufführung praktisch auf einer anderen Bühne", schwärmt Kaiser. Und selbst bei schlechtem Wetter ärgere er sich nicht, ergänzt Norgauer. Dass ein freischaffendes Schauspieler-Paar ohne festes Haus gemeinsam auf der Bühne steht, ist nicht alltäglich, sondern etwas Besonderes. Und offensichtlich schätzen die 45-Jährige und der 54-Jährige dies auch sehr. "Wir arbeiten wahnsinnig gerne zusammen. Man kann sich gut austauschen, der andere weiß, wovon man redet", sagt Norgauer. Entsprechend seien sie auch sehr glücklich darüber, dass sie sehr oft - und nicht nur bei den Luisenburg-Festspielen - gemeinsam angefragt werden. Dass man sie so erlebe, trage wahrscheinlich auch dazu bei, dass man sie zusammen engagiere, vermuten beide übereinstimmend. "Aber uns gibt es nicht nur im Doppelpack", sagt Kaiser. Bestens bekannt ist er beispielsweise mit seinem Solo-Programm als philosophierender "Dr. Wahn". Und Nikola Norgauer dürfte vielen Zuschauern des Nockherberg-Singspiels bestens in Erinnerung sein: Dort schlüpfte sie schon in die Rollen von Ursula von der Leyen, Andrea Nahles und Natascha Kohnen.

Festgelegt auf bestimmte Theatersparten sind beide nicht - zu sehen waren und sind sie in Familienstücken, Musicals, Tragödien und Volksstücken. Diese Vielfältigkeit im Können trägt - gepaart mit ihrem sympathischen Auftreten - dazu bei, dass sich Paul Kaiser und Nikola Norgauer in Wunsiedel den Status "Publikums-Lieblinge" erspielt haben. Als "Alm-Öhi" in Heidi und "Pater Haspinger" in "Andreas Hofer" oder als "Haslingerin" im "Verkauften Großvater" und Ehefrau von Andreas Hofer - begeisterte Reaktionen des Publikums und der Presse waren ihnen sicher.

Die Luisenburg, Wunsiedel und Oberfranken - hier sind beide heimisch geworden: Nikola Norgauer hat sowieso verwandtschaftliche Beziehungen nach Tirschenreuth und auch nach Oberviechtach. Und ein Schweizer wie Paul Kaiser fühlt sich dort wohl, wo es Felsen zum Kraxeln gibt. In der laufenden Spielzeit sind beide noch in einem weiteren Stück gemeinsam auf der Bühne zu sehen - nämlich in der Komödie "Shakespeare in Love", die am 12. Juli Premiere feiert.

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